Karl und Theo Albrecht übernahmen 1946 den Krämerladen ihrer Mutter im Essener Norden und machten daraus einen der erfolgreichsten Handelskonzerne der Welt. 1961 spalteten sie das Geschäft in Aldi Nord (Theo) und Aldi Süd (Karl). Beide Familien zählen bis heute zu den reichsten Deutschen.
Vom Essener Backsteinbau zum globalen Discounter
Die Erfolgsgeschichte der Familie Albrecht nahm ihren Anfang im Jahr 1946, als die Brüder Karl und Theo Albrecht den mütterlichen Lebensmittelmarkt in Essen-Schonnebeck übernahmen. Mit der konsequenten Reduzierung auf das Wesentliche und der Einführung des Selbstbedienungsprinzips revolutionierten sie den deutschen Einzelhandel unter dem Namen Aldi. Die fundamentale Entscheidung zur Trennung des Imperiums in Aldi Nord und Aldi Süd erfolgte im Jahr 1961, mutmaßlich aufgrund von Differenzen über die Einführung von Tabakwaren.
Getrennte Wege unter dem Dach der Stiftungen
Theo Albrecht steuerte von Essen aus die Expansion von Aldi Nord, während Karl Albrecht von Mülheim an der Ruhr aus Aldi Süd zu einem internationalen Schwergewicht ausbaute. Um das Firmenvermögen langfristig zu sichern und eine Zerschlagung zu verhindern, sind beide Unternehmen in einer komplexen Stiftungsstruktur organisiert. Bei Aldi Nord halten die Markus-, Lukas- und Jakobus-Stiftung die Fäden in der Hand, während bei Aldi Süd die Siepmann-Stiftung als maßgebliche Holding fungiert.
Die Nachfolgegeneration und das Erbe von Theo und Karl
Nach dem Tod der Gründerväter ging die Verantwortung auf die nächste Generation über, wobei Namen wie Theo Albrecht junior bei Aldi Nord und die Kinder von Karl Albrecht bei Aldi Süd die Familientradition fortführen. Während sich die Nachkommen weitgehend aus der medialen Öffentlichkeit heraushalten, wachen sie über ein geschätztes Gesamtvermögen, das die Marke von 40 Milliarden Euro deutlich überschreitet. In den letzten Jahren kam es bei Aldi Nord zu öffentlichkeitswirksamen juristischen Auseinandersetzungen innerhalb der Familie um die Besetzung der Stiftungsvorstände.
Globale Expansion und strategische Beteiligungen
Aldi Süd hat neben dem deutschen Kernmarkt eine starke Präsenz in den USA, Großbritannien und Australien aufgebaut, während Aldi Nord unter anderem in Frankreich, Spanien und den Benelux-Staaten dominiert. Ein besonderer Pfeiler des Familienvermögens im Ausland ist die US-amerikanische Kette Trader Joe’s, die bereits Ende der 1970er Jahre von Theo Albrecht erworben wurde. Trotz der rechtlichen Unabhängigkeit beider Unternehmensgruppen intensivieren Aldi Nord und Aldi Süd heute wieder ihre Kooperation bei Eigenmarken und im Marketing, um Synergien im globalen Wettbewerb zu heben.