Gründerfamilien · Nr. 31

Familie Grohe

Die Familie Grohe verkaufte den Armaturenhersteller 1999 an Finanzinvestoren; heute gehört Grohe zum japanischen Lixil-Konzern.

Vom Brünner Schmelztiegel zur Industriebasis in Hemer

Die Erfolgsgeschichte der Unternehmerfamilie begann 1936, als Friedrich Grohe, Sohn des Hansgrohe-Gründers Hans Grohe, die Berkenhoff & Paschedag in Hemer übernahm. Während die Verwandtschaft im Schwarzwald ansässig blieb, spezialisierte sich Friedrich in Westfalen auf Sanitärarmaturen und legte damit das Fundament für eine globale Marke. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen zum Synonym für hochwertige Einhandmischer und Thermostate.

Der historische Exit im Jahr 1999

Nach dem Tod des Firmengründers führten dessen Söhne, darunter Charles und Bernd Grohe, den Konzern weiter, bis sie sich Ende der 1990er Jahre für einen vollständigen Rückzug entschieden. Für eine Summe, die damals auf rund 800 Millionen Euro geschätzt wurde, erwarb der Finanzinvestor BC Partners das Unternehmen von den Erben. Dieser Schritt markierte das Ende der Ära Grohe als Familienunternehmen und den Beginn einer Phase wechselnder Private-Equity-Eigentümer bis zur Übernahme durch die japanische Lixil Group.

Vermögensverwaltung über die Vivaldi GmbH

Nach dem Verkauf bündelte die Familie Grohe ihre Liquidität maßgeblich in der Vivaldi GmbH mit Sitz in Hemer, um das Kapital in diversifizierte Anlageklassen zu investieren. Das Familienvermögen wird laut Schätzungen des Manager Magazins im mittleren dreistelligen Millionenbereich verortet und sichert den Nachkommen Einfluss abseits des operativen Sanitärgeschäfts. Trotz des Verkaufs bleibt die Familie eng mit der Wirtschaftsregion Südwestfalen verbunden.

Beteiligungen und Fortführung der unternehmerischen Tradition

Die nächste Generation, vertreten durch Namen wie Fried Grohe, hat sich teilweise als Business Angels und Investoren in der Startup-Szene sowie in Immobilienprojekten positioniert. Die Holding fungiert heute als klassisches Family Office, das die Diversifizierung des Portfolios vorantreibt, während der Name Grohe industriell ausschließlich mit dem japanisch geführten Konzern assoziiert wird. Damit vollzogen die Erben die Transformation von klassischen Industrieunternehmern hin zu reinen Kapitalgebern und Vermögensverwaltern.