Fritz Henkel gründete 1876 in Aachen ein Unternehmen für „universelle Waschmittel”. Vier Generationen später hält die Familie über einen Poolvertrag die Mehrheit der Stammaktien. Simone Bagel-Trah leitet als Enkelin des Firmengründers den Gesellschafterausschuss.
Von der Aachener Waschmittelproduktion zur Düsseldorfer Konzernzentrale
Die Geschichte der Familie begann am 26. September 1876, als der Kaufmann Fritz Henkel zusammen mit zwei Partnern die Firma Henkel & Cie in Aachen gründete. Bereits zwei Jahre später verlagerte er den Betrieb nach Düsseldorf, wo das Unternehmen mit dem Erfolg von 'Henkel’s Bleich-Soda' und der Einführung von 'Persil' im Jahr 1907 rasant expandierte. Das Stammwerk in Düsseldorf-Holthausen bildet bis heute das Zentrum der industriellen Aktivitäten und den Sitz der börsennotierten Kommanditgesellschaft auf Aktien.
Stabilität durch den Generationen-Poolvertrag
Um den Einfluss der weitverzweigten Gründerfamilie dauerhaft zu sichern, haben die Nachkommen von Fritz Henkel einen langfristigen Poolvertrag geschlossen, der die Stimmrechte bündelt. Aktuell halten die rund 130 Familienmitglieder circa 61 Prozent der Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA. Diese Struktur verhindert eine feindliche Übernahme und garantiert, dass strategische Entscheidungen über Marken wie Schwarzkopf, Pril oder Loctite im Sinne der Erben getroffen werden.
Simone Bagel-Trah und die fünfte Generation
An der Spitze der Gremien steht mit der promovierten Biologin Simone Bagel-Trah eine Urur-Enkelin des Firmengründers, die sowohl den Aufsichtsrat als auch den Gesellschafterausschuss leitet. Sie übernahm 2009 den Vorsitz von Albrecht Woeste und verkörpert den Übergang der Verantwortung in die fünfte Generation des Henkel-Clans. Unter ihrer Ägide wurde die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und digitale Transformation innerhalb der Sparten Adhesive Technologies und Consumer Brands massiv vorangetrieben.
Milliardenschweres Vermögen und globale Marktführerschaft
Das Gesamtvermögen der Familie Henkel wird in aktuellen Schätzungen auf einen zweistelligen Milliardenbetrag taxiert, was sie regelmäßig unter die zehn reichsten Dynastien Deutschlands bringt. Die wirtschaftliche Basis bilden dabei nicht mehr nur die Konsumgüter, sondern vor allem die Position als Weltmarktführer bei Klebstoffen und Oberflächentechnologien. Durch eine konsequente Zukaufstrategie, wie beispielsweise die Übernahme von National Starch oder Sun Products, wurde der Wert des Familienportfolios kontinuierlich gesteigert.