Nach dem Tod von Max Herz (Tchibo-Gründer) übernahmen die Söhne. Über die maxingvest ag halten sie Tchibo (Kaffee + Non-Food) und einen 51-%-Anteil an Beiersdorf. Günter Herz schied nach Familienstreit mit Milliardenerbe aus und ist über Mayfair aktiv.
Von der Kaffeeröstung zum Hamburger Imperium
Die Erfolgsgeschichte der Familie Herz begann 1949, als Max Herz gemeinsam mit Carl Tchiling-Hiryan den Kaffeeversender Tchibo in Hamburg gründete. Unter der Führung von Max Herz entwickelte sich das Unternehmen durch die Kombination aus Röstkaffee und dem wöchentlich wechselnden Non-Food-Sortiment zu einer unverwechselbaren deutschen Konsumgütermarke. Nach seinem Tod im Jahr 1965 übernahm seine Witwe Ingeburg Herz gemeinsam mit den Söhnen das Erbe und festigte die Marktposition im Einzelhandel.
Die strategische Klammer durch die maxingvest ag
Das Herzstück des familiären Vermögens bildet die Holdinggesellschaft maxingvest ag, über welche die Familie die volle Kontrolle über die Tchibo GmbH ausübt. Von zentraler Bedeutung ist zudem die Mehrheitsbeteiligung von rund 51 Prozent an der Beiersdorf AG, dem DAX-konzernen hinter Weltmarken wie Nivea und Eucerin. Diese zweisäulige Struktur sichert der Familie einen dominantes Mitspracherecht in zwei der bedeutendsten Konsumsektoren Deutschlands.
Familienzwist und die Abspaltung von Mayfair
Anfang der 2000er Jahre führten tiefgreifende Auffassungsunterschiede über die strategische Ausrichtung zu einem historischen Bruch innerhalb der Geschwisterriege. In der Folge schieden Günter Herz und seine Schwester Daniela Herz-Schnoeckel gegen eine Abfindung von geschätzt jeweils vier Milliarden Euro aus dem Familienverbund aus. Mit diesem Kapital gründete Günter Herz die Beteiligungsgesellschaft Mayfair, über die er unter anderem zeitweise den Germanischen Lloyd und die Restaurantkette Vapiano kontrollierte.
Die heutige Generation in der Verantwortung
Innerhalb der verbliebenen Gesellschaftergruppe der maxingvest ag gelten Michael Herz und Wolfgang Herz als die starken Männer, die den Kurs des Imperiums im Hintergrund bestimmen. Auch die nachfolgende Generation ist bereits teilweise in die Gremien der Holding oder der Tochtergesellschaften eingebunden, um die Kontinuität des Milliardenvermögens zu gewährleisten. Das geschätzte Gesamtvermögen der verschiedenen Familienzweige bewegt sich konstant im zweistelligen Milliardenbereich, was sie zu einer der wohlhabendsten Dynastien Europas macht.