Herbert Quandt rettete BMW 1959. Susanne Klatten und Stefan Quandt halten heute rund 46 Prozent der BMW-Aktien — mit die reichsten Deutschen.
Vom Sanierungsfall zum Weltkonzern durch Herbert Quandt
Die Geschichte des heutigen BMW-Erfolgs begann im Jahr 1959, als das Unternehmen kurz vor der Übernahme durch den Konkurrenten Daimler-Benz stand. Der Industrielle Herbert Quandt verhinderte diesen Verkauf im Alleingang, indem er seinen Aktienanteil massiv aufstockte und so die Unabhängigkeit der Marke sicherte. Er legte damit den Grundstein für den Aufstieg zum führenden Premiumhersteller sportlicher Automobile.
Die Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt
Nach dem Tod von Herbert Quandt im Jahr 1982 und seiner Frau Johanna im Jahr 2015 ging das Erbe auf die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt über. Gemeinsam halten sie heute knapp 47 Prozent der Stimmrechte am Münchner DAX-Konzern, wobei Stefan Quandt direkt und über seine Holding Delton rund 25,8 Prozent kontrolliert. Susanne Klatten hält über ihre Beteiligungsgesellschaften rund 20,9 Prozent der Anteile an BMW.
Strategisches Kerninvestment Altana und SKion
Neben dem Engagement im Automobilsektor hat Susanne Klatten den Spezialchemiekonzern Altana aus Wesel zur tragenden Säule ihres Portfolios ausgebaut. Über ihre Holding SKion steuert sie zudem Beteiligungen an Unternehmen wie dem Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon oder dem Windenergieanlagenbauer Nordex. Diese Diversifikation außerhalb der Autobranche sichert der Familie eine wirtschaftliche Stabilität weit über die Dividenden aus dem Fahrzeugbau hinaus.
Standorte und das Vermögen der reichsten Deutschen
Die Familie operiert vorwiegend aus Bad Homburg vor der Höhe und München, wo sich auch die Zentralen ihrer Holdingstrukturen befinden. Mit einem geschätzten Gesamtvermögen von über 30 Milliarden Euro belegen die Geschwister regelmäßig Spitzenplätze im Ranking der wohlhabendsten Personen Deutschlands. Die unternehmerische Führung ist dabei durch eine langfristige Haltestrategie geprägt, die auf Kontinuität und technologische Innovationskraft setzt.