Herbert Quandts risikoreiche Milliardeninvestition rettete BMW 1959 vor der Übernahme durch Daimler-Benz — bis heute halten seine Erben Stefan Quandt und Susanne Klatten knapp 47 % der BMW-Aktien. Beide zählen zu den reichsten Deutschen.
Die strategische Rettung von BMW durch Herbert Quandt
Der Grundstein für den heutigen Milliardenbesitz wurde im Jahr 1959 gelegt, als Herbert Quandt gegen den Widerstand vieler Berater sein gesamtes Kapital einsetzte, um die Übernahme des angeschlagenen Autobauers BMW durch den Konkurrenten Daimler-Benz zu verhindern. Durch diese riskante Aufstockung seiner Anteile sicherte er die Unabhängigkeit der bayerischen Motorenwerke und legte die Basis für den Aufstieg zum Weltkonzern. Nach seinem Tod im Jahr 1982 ging das Erbe auf seine dritte Ehefrau Johanna sowie die Kinder Susanne Klatten und Stefan Quandt über.
Dominanz im DAX durch Kernbeteiligungen
Das Herzstück des Familienvermögens bildet das Aktienpaket an der BMW AG, das Stefan Quandt und Susanne Klatten gemeinsam knapp 47 Prozent der Stimmrechte sichert und damit eine Sperrminorität garantiert. Während Stefan Quandt über seine Holding Delton agiert, steuert Susanne Klatten ihre Aktivitäten maßgeblich über die Investmentholding SKion. Neben dem Automobilsektor ist Klatten besonders prägend für den Chemiekonzern Altana, den sie nach dem Rückzug von der Börse als alleinige Inhaberin zu einem weltweit führenden Spezialchemieanbieter umstrukturierte.
Multimilliardenerbe und industrielle Diversifikation
Das Gesamtvermögen der Geschwister wird aktuell auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt, womit sie regelmäßig die Spitzenplätze der reichsten Deutschen belegen. Über BMW und Altana hinaus hält die Familie über SKion signifikante Beteiligungen an Unternehmen wie dem Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon oder dem Kreditkarten-Technologiehersteller Giesecke+Devrient. Dieser Fokus auf technologisch anspruchsvolle Industriegüter spiegelt die langfristige Anlagestrategie der Familie wider, die auf Stabilität statt auf kurzfristige Rendite setzt.
Verwaltung des Imperiums vom Standort Bad Homburg
Der operative Mittelpunkt der familiären Geschäftsaktivitäten befindet sich in Bad Homburg vor der Höhe, wo die strategischen Fäden der Holdings zusammenlaufen. Von hier aus koordinieren Klatten und Quandt ihre Rollen in den Aufsichtsräten sowie ihr weitreichendes gesellschaftliches Engagement in verschiedenen Stiftungen. Die Geschwister gelten als äußerst diskret und pflegen einen zurückhaltenden Führungsstil, der die Kontinuität des über Generationen aufgebauten Industriestamms in den Fokus rückt.