Gründerfamilien · Nr. 37

Familie Mars-Wrigley / dt. Beteiligungen

Kontrastfall zur Erinnerung: Auch Marken wie MARS oder Zott haben deutsch-europäische Geschichten mit teilweise familiärer Kontrolle.

Von Frank C. Mars zur globalen Süßwaren-Dynastie

Die Geschichte des heutigen Giganten nahm 1911 in Tacoma, Washington, ihren Lauf, als Frank C. Mars begann, Butter-Cremes in seiner Küche herzustellen. Den entscheidenden Durchbruch erzielte die Familie jedoch in den 1920er Jahren durch die Zusammenarbeit mit Sohn Forrest Mars Senior, der die visionäre Idee für den Milky Way Riegel hatte. Dieser Erfolg legte den Grundstein für ein Imperium, das bis heute streng veschwiegen in Familienhand gehalten wird.

Die Viersener Produktion und deutsche Marktexpansion

Für den deutschen Markt ist der Standort Viersen am Niederrhein von zentraler Bedeutung, wo Mars bereits 1979 eine der weltweit größten Produktionsstätten für Schokoriegel in Betrieb nahm. Hier werden Klassiker wie Mars, Snickers und Twix für den europäischen Raum gefertigt, was die tiefe industrielle Verwurzelung der Familie in Deutschland unterstreicht. Die Übernahme des Kaugummi-Riesen Wrigley im Jahr 2008 festigte die Marktposition im deutschen Einzelhandel durch die Zusammenlegung der Vertriebsstrukturen in Unterhaching bei München.

Verzweigte Assets zwischen Heimtiernahrung und Beteiligungen

Das Portfolio der Familie Mars geht weit über Schokolade hinaus und umfasst in Deutschland prominente Marken wie Pedigree, Whiskas und Royal Canin sowie das Tierkliniknetzwerk AniCura. Diese Diversifizierung spiegelt sich in einer komplexen Holdingstruktur wider, die es den Erben ermöglicht, als einer der größten nicht börsennotierten Lebensmittelkonzerne der Welt zu agieren. Das geschätzte Gesamtvermögen der Familie, verteilt auf Zweige um Jacqueline und John Mars sowie die Nachkommen von Forrest Jr., wird stabil im dreistelligen Milliardenbereich verortet.

Generationenfolge und die operative Kontrolle der Enkel

Nach dem Tod von Forrest Mars Jr. im Jahr 2016 ging die Kontrolle verstärkt auf die vierte Generation über, zu der Namen wie Victoria B. Mars und ihre Schwestern zählen. Die Familie wahrt traditionell eine extreme Diskretion, steuert das Unternehmen jedoch über das Board of Directors, während das operative Tagesgeschäft häufig durch externe Manager geführt wird. In Deutschland bleibt die Präsenz durch die Mars Holding GmbH mit Sitz in Verden an der Aller sichtbar, die als zentraler Knotenpunkt für das hiesige Geschäft fungiert.