Gründerfamilien · Nr. 12

Familie Miele/Zinkann

Zwei Familien, ein Unternehmen, seit vier Generationen. Kein Fremdkapital, keine Börse. „Immer besser” ist Werbung und Familienauftrag zugleich.

Gründerpioniere Carl Miele und Reinhard Zinkann

Die Erfolgsgeschichte des Gütersloher Traditionsunternehmens begann im Jahr 1899 in Herzebrock, als der Techniker Carl Miele und der Kaufmann Reinhard Zinkann mit der Produktion von Milchzentrifugen starteten. Bereits kurz darauf erweiterten sie ihr Portfolio um Buttermaschinen und legten die Basis für die heutige Weltmarke im Bereich der Haushaltsgeräte. Die strikte Trennung von technischer Innovation und kaufmännischer Leitung zwischen den beiden Familienstämmen prägt die Unternehmenskultur bis in die Gegenwart.

Stabilität durch die Miele & Cie. KG Holdingstruktur

Das Herzstück des Familienunternehmens bildet die Miele & Cie. KG mit Sitz am Stammsitz in Gütersloh, die sich vollständig in den Händen der Gründerfamilien befindet. Die Anteile sind historisch bedingt verteilt, wobei die Familie Miele 51,1 Prozent und die Familie Zinkann 48,9 Prozent der Anteile hält. Diese Struktur sichert seit über 120 Jahren die Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern und verhindert den Einfluss börsennotierter Investoren auf die langfristige Strategie.

Vierte Generation und operative Leitung

In der aktuellen Führungsriege vertreten Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann die vierte Generation der Gesellschafterfamilien als geschäftsführende Gesellschafter. Gemeinsam mit familienfremden Geschäftsführern steuern sie den Konzern durch die digitale Transformation und den Ausbau der internationalen Produktionsstandorte. Ihr gemeinsames Ziel bleibt die Wahrung des Markenversprechens „Immer besser“, welches sowohl als Marketing-Slogan als auch als internes Leitbild fungiert.

Wirtschaftliche Kennzahlen und Milliardenvermögen

Miele erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz im Bereich von über fünf Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 22.000 Mitarbeiter. Das geschätzte Gesamtvermögen der beiden weit verzweigten Clan-Stämme wird in Branchenpublikationen auf mehrere Milliarden Euro taxiert. Trotz globaler Expansion bleibt die Fertigungstiefe ungewöhnlich hoch, was die Abhängigkeiten von Lieferketten minimiert und den Fokus auf Premium-Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Backöfen stärkt.