Gründerfamilien · Nr. 39

Familie Mohn (siehe Bertelsmann)

Ergänzt durch Christoph Mohn (Verwaltungsrat) und Brigitte Mohn (Stiftung). Größter Familienkonzern der deutschen Medienbranche.

Von der Gütersloher Bibel zum globalen Medienimperium

Die Wurzeln der Dynastie reichen zurück bis zu Carl Bertelsmann, der 1835 in Gütersloh einen theologischen Verlag gründete. Den Grundstein für den heutigen Weltkonzern legte jedoch Reinhard Mohn nach seiner Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1947. Er transformierte das mittelständische Druckhaus durch innovative Konzepte wie den Bertelsmann Lesering in einen diversifizierten Großkonzern.

Komplexe Holdingstruktur und Stiftungsmodell

Die Machtverhältnisse im Hause Mohn sind über die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) organisiert, welche die Stimmrechte am Konzern kontrolliert. Die Kapitalanteile liegen zu über 80 Prozent bei der Bertelsmann Stiftung, während die Familie Mohn direkt rund 19 Prozent des Kapitals hält. Dieses Konstrukt sichert den Einfluss der Nachkommen von Reinhard und Liz Mohn, ohne die Stiftungsarbeit durch kurzfristige Gewinninteressen zu gefährden.

Christoph Mohn und die strategische Führung

Seit dem Rückzug von Liz Mohn aus der aktiven Spitze hat ihr Sohn Christoph Mohn zentrale Schlüsselpositionen übernommen. Er fungiert als Aufsichtsratsvorsitzender der Bertelsmann SE & Co. KGaA und lenkt zudem die Geschicke der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft als Familiensprecher. Seine Schwester Brigitte Mohn bringt den familiären Einfluss primär durch ihre Vorstandstätigkeit in der Bertelsmann Stiftung zur Geltung.

Multimediales Portfolio und wirtschaftliche Kennzahlen

Das Familienunternehmen beherrscht durch die RTL Group den europäischen TV-Markt und hält mit Penguin Random House den weltweit größten Publikumsverlag. Mit einem Jahresumsatz im zweistelligen Milliardenbereich und über 160.000 Mitarbeitern zählt die Gruppe zu den bedeutendsten Arbeitgebern der Region Ostwestfalen-Lippe. Das Vermögen der Familie Mohn wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt, was sie regelmäßig in den Spitzenrängen nationaler Reichenlisten platziert.