Maria-Elisabeth Schaeffler und Georg F. W. Schaeffler; nach der spektakulären Continental-Übernahme 2008 wurde Schaeffler AG 2015 an die Börse gebracht.
Vom Herzogenauracher Wälzlager zum globalen Zulieferer
Die industrielle Erfolgsgeschichte der Familie Schaeffler begann 1946 mit der Gründung der Industrie GmbH durch die Brüder Wilhelm und Georg Schaeffler in Herzogenaurach. Der entscheidende Durchbruch gelang Georg Schaeffler kurz darauf mit der Erfindung des nadelgeführten Käfigs, der die Wälzlagertechnik revolutionierte und die Basis für die heutige Schaeffler Gruppe legte.
Die Ära Maria-Elisabeth und der Continental-Poker
Nach dem Tod Georg Schaefflers 1996 übernahm seine Witwe Maria-Elisabeth Schaeffler gemeinsam mit Sohn Georg Friedrich Wilhelm das Erbe und trieb eine aggressive Expansionspolitik voran. Ein Meilenstein war die im Jahr 2008 eingeleitete, hochriskante Übernahme des Continental-Konzerns, die das Unternehmen infolge der Finanzkrise kurzzeitig an den Rand der Existenz brachte, letztlich aber die Position als einer der weltweit größten Automobilzulieferer sicherte.
Komplexe Holdingstruktur und Börsengang
Das Familienvermögen wird über eine verschachtelte Holdingstruktur kontrolliert, die ihren Sitz weiterhin in Herzogenaurach hat und maßgeblich von der Beteiligungsholding INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG gesteuert wird. Im Jahr 2015 wagte die Familie den Teilbörsengang der Schaeffler AG, behält aber durch die Stimmrechtsverteilung weiterhin die volle unternehmerische Kontrolle über das operative Geschäft.
Milliardenvermögen und strategische Transformation
Das Gesamtvermögen der Familie Schaeffler wird regelmäßig auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt, wobei die Werte stark mit den Aktienkursen von Schaeffler und Continental korrelieren. Aktuell orchestriert Georg F. W. Schaeffler den Umbau des Konzerns hin zur Elektromobilität, was durch die vollständige Integration der Antriebsspezialisten von Vitesco Technologies weiter vorangetrieben wird.