Gründerfamilien · Nr. 49

Familie Voith

Maschinenbau (Papier, Antriebstechnik, Wasserkraft) seit 1867 in Familienhand.

Von der Schlosserei zum Global Player aus Heidenheim

Die Geschichte der heutigen Voith-Gruppe begann im Jahr 1867, als Friedrich Voith die väterliche Werkstatt im schwäbischen Heidenheim an der Brenz übernahm. Mit dem Fokus auf Papiermaschinen und kurz darauf der Entwicklung der ersten Wasserturbine legte der Unternehmensgründer den Grundstein für einen der bedeutendsten Technologiekonzerne im deutschen Maschinenbau. Bis heute ist das Unternehmen an seinem Stammsitz tief verwurzelt und agiert von dort aus als weltweit führender Partner für Industrien in der Papierherstellung und Antriebstechnik.

Technologische Diversifizierung durch Wasserkraft und Mobilität

Unter der Leitung der Nachfolgegenerationen, insbesondere Hanns Voith, weitete das Familienunternehmen seine Geschäftsbereiche konsequent auf die Wasserkraft und komplexe Antriebssysteme aus. Heute gliedert sich der Konzern in die Kernbereiche Voith Hydro, Voith Paper und Voith Turbo, wobei letzterer maßgebliche Lösungen für Schienenverkehr, Automobilindustrie und maritime Anwendungen liefert. Die Integration der KUKA-Beteiligung bis zum Jahr 2016 verdeutlichte zudem den zwischenzeitlichen Fokus auf die Automatisierungstechnik, bevor der Verkaufserlös neue Investitionen in digitale Plattformen ermöglichte.

Die Voith GmbH & Co. KGaA als stabiles Familienkonstrukt

Das Unternehmen wird als Voith GmbH & Co. KGaA geführt, deren Anteile sich zu 100 Prozent im Besitz der Familie befinden. Diese Holdingstruktur gewährleistet die Unabhängigkeit von externen Kapitalmärkten und ermöglicht eine langfristige Investitionsstrategie über Generationen hinweg. Ein Gesellschafterausschuss sowie der Familienrat steuern die Geschicke des Konzerns, wobei Mitglieder wie Dr. Hans-Peter Voith die Tradition der aktiven Begleitung über Jahrzehnte prägten.

Milliardenschweres Erbe und globale Marktpräsenz

Das Vermögen der Familie Voith wird regelmäßig auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Milliardenbereich geschätzt, was sie zu einer der wohlhabendsten Industriellendynastien Baden-Württembergs macht. Da das Unternehmen keine Dividenden im Stil börsennotierter Konzerne ausschütten muss, verbleibt ein Großteil der Gewinne für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Wasserkraft und nachhaltige Antriebe im Unternehmen. Der Jahresumsatz der Gruppe bewegt sich konstant in einem Korridor zwischen vier und fünf Milliarden Euro bei weltweiten Produktionsstandorten.