Reinhold Würth baute den Schrauben-Handelskonzern zu einem der größten Familienunternehmen Europas auf. Beteiligt über Stiftungen.
Vom Zweimanntrieb zum Weltmarktführer für Befestigungstechnik
Reinhold Würth übernahm das väterliche Schraubengroßhandelsgeschäft in Künzelsau bereits im Jahr 1954 als Neunzehnjähriger nach dem frühen Tod seines Vaters Adolf Würth. Unter seiner Führung entwickelte sich der regionale Betrieb zu einem global agierenden Konzern, der heute über 125.000 Produkte vertreibt und als Inbegriff des deutschen Mittelstandswachstums gilt. Die Marke Würth ist dabei untrennbar mit der Strategie des Direktvertriebs verbunden, durch die täglich Zehntausende Vertriebsmitarbeiter weltweit Handwerksbetriebe und Industriekunden beliefern.
Die Würth-Gruppe und das Geflecht der Familienstiftungen
Um den langfristigen Fortbestand des Imperiums zu sichern, überführte Reinhold Würth das Betriebsvermögen in mehrere Familienstiftungen, wie die Reinhold Würth Stiftung und die Stiftung Würth. Diese Konstruktion schützt das Unternehmen vor Zerschlagungen durch Erbgänge und bündelt die Anteile unter dem Dach der Würth-Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Künzelsau. Das geschätzte Vermögen der Familie liegt laut Wirtschaftsmedien im zweistelligen Milliardenbereich, was die Würths regelmäßig zu einer der wohlhabendsten Dynastien Deutschlands macht.
Generationenwechsel im Beirat unter Bettina Würth
Die operative Führung wird mittlerweile durch externe Manager und die nächste Generation der Familie begleitet, wobei Tochter Bettina Würth seit 2006 den Vorsitz im Beirat der Würth-Gruppe innehat. Sie verkörpert die strategische Kontinuität und hat die internationale Expansion sowie die Digitalisierung des Handelsgeschäfts maßgeblich vorangetrieben. Auch die Enkelgeneration wird bereits schrittweise in die Strukturen des Unternehmens integriert, um den Charakter als Familienunternehmen trotz der enormen Mitarbeiterzahl von über 85.000 Beschäftigten zu wahren.
Diversifikation und das Kunst-Engagement am Standort Hohenlohe
Neben dem Kerngeschäft mit Montagematerial und Werkzeugen hat die Familie die Holding breit aufgestellt und ist über Tochtergesellschaften wie die Würth Elektronik oder im Bereich Finanzdienstleistungen aktiv. Einzigartig ist die enge Verknüpfung von Unternehmertum und Kulturförderung, die sich in der Sammlung Würth und den Museen am Stammsitz in Künzelsau sowie in Schwäbisch Hall manifestiert. Diese Philosophie der Förderung von Kunst und Wissenschaft wird von Reinhold Würth als wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur und als Standortbekenntnis zur Region Hohenlohe verstanden.