Historische Marken · Nr. 28

Auto Union

Zusammenschluss von Audi, DKW, Horch und Wanderer. Nach dem Krieg in Ingolstadt neu gegründet, 1969 mit NSU zu Audi NSU Auto Union — heute AUDI AG.

Die Vier Ringe aus Chemnitz

Inmitten der Weltwirtschaftskrise fusionierten 1932 auf Druck der Sächsischen Staatsbank die Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz. Dieses markante Bündnis schuf den zweitgrößten Automobilkonzern Deutschlands und etablierte die vier ineinander verschlungenen Ringe als Symbol für die technische Kompetenz der vier Gründungsmarken. Während Horch das Luxussegment bediente, deckten Wanderer und Audi die Mittelklasse ab, während DKW mit Zweitaktmotoren den Massenmarkt motorisierte.

Dominanz auf der Rennstrecke und der Straße

Die 1930er Jahre markierten die technologische Blütezeit, in der die Auto Union mit den von Ferdinand Porsche entworfenen Mittelmotor-Rennwagen, den sogenannten Silberpfeilen, Weltruhm erlangte. Fahrerlegenden wie Bernd Rosemeyer erzielten auf den Typen A bis D spektakuläre Siege und Geschwindigkeitsrekorde von über 400 km/h. Parallel dazu setzte der DKW F 1 als einer der ersten erfolgreichen Serienwagen mit Frontantrieb Maßstäbe für die wirtschaftliche Fortbewegung breiter Bevölkerungsschichten.

Neuanfang in der Oberbayrischen Provinz

Nach der vollständigen Demontage und Enteignung der sächsischen Werke durch die sowjetische Besatzungsmacht erfolgte 1949 die Neugründung als Auto Union GmbH in Ingolstadt. In ehemaligen Kasernengebäuden startete die Produktion mit dem DKW Schnellaster und dem Motorrad RT 125 W, was das Fundament für den industriellen Wiederaufstieg legte. Die Konzentration auf die veraltete Zweitakt-Technologie führte jedoch ab Mitte der 1950er Jahre zu zunehmenden Absatzschwierigkeiten gegenüber der erstarkenden Viertakt-Konkurrenz.

Vom Daimler-Intermezzo zur Audi-Renaissance

Daimler-Benz übernahm 1958 die Mehrheit an der Auto Union, veräußerte das Unternehmen jedoch bis 1966 schrittweise an Volkswagen, da die Zweitakt-Modelle als nicht zukunftsfähig galten. Unter der Regie von VW und gegen den Widerstand aus Wolfsburg entwickelte Ludwig Kraus heimlich den ersten Audi 100, der den Fortbestand des Standorts sicherte. Mit der Fusion der Auto Union GmbH und der NSU Motorenwerke AG im Jahr 1969 verschwand der Name Auto Union schließlich aus dem Markenregister und machte Platz für die heutige AUDI AG.