Neben AEG und Siemens dritter großer Berliner Elektrokonzern der Kaiserzeit. Kriegs- und Nachkriegsverluste beendeten das Unternehmen.
Von Edison zu Sigmund Bergmanns Berliner Imperium
Die Grundsteinlegung erfolgte 1891, als Sigmund Bergmann nach seinen Lehrjahren bei Thomas Alva Edison in den USA nach Berlin zurückkehrte und die Bergmann-Elektricitäts-Werke AG gründete. In der Weddinger Seestraße entstand ein Industriekomplex, der durch die enge Verbindung zur amerikanischen Innovationskraft schnell zur ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Riesen Siemens und AEG aufstieg.
Produktikonen zwischen Glühlampen und Elektromobilbau
Das Portfolio der Blütezeit umfasste weit mehr als die bekannten Bergmann-Glühlampen mit Metallfäden oder die patentierten Isolierrohre für die Elektroinstallation. Am Standort Berlin-Wilhelmsruh fertigte das Unternehmen ab 1910 auch Elektromotoren, Turbinen und sogar das markante Bergmann-Elektromobil, womit die Marke die Vision einer umfassenden Elektrifizierung des Alltags vorantrieb.
Der langsame Erosionsprozess der Zwischenkriegszeit
Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1927 verlor der Konzern seine strategische Orientierung und geriet infolge der Weltwirtschaftskrise unter massiven finanziellen Druck. Die Siemens-Schuckertwerke und die AEG sicherten sich bereits in den frühen 1930er Jahren signifikante Minderheitsbeteiligungen, um die Kontrolle über den unbequemen Außenseiter zu gewinnen.
Zerschlagung und die Spuren im heutigen Berliner Stadtbild
In den 1940er Jahren wurde die Aktiengesellschaft endgültig zerschlagen, wobei wesentliche Betriebsteile in die Rüstungsproduktion übergingen oder nach Kriegsende als Reparationsleistungen demontiert wurden. Heute zeugen vor allem die denkmalgeschützten Backsteinbauten der Bergmann-Höfe in Berlin-Wedding und das heutige Rathaus Reinickendorf, das einst als Verwaltungsbau diente, von der schieren Größe des einstigen Elektrogiganten.