Premium-Modemarke, mehrfach umstrukturiert, seit 2019 unter Regent LP (US).
Die Ley-Ära und der Münchner Glamour
Die Erfolgsgeschichte begann 1978 in München, als Margaretha und Wolfgang Ley das Label gründeten und es nach einem irischen Rennpferd benannten. Margaretha Ley, ein ehemaliges schwedisches Model, prägte mit ihren kühnen Farbkombinationen, opulenten Mustern und den charakteristischen Goldknöpfen einen Look, der den Zeitgeist der 1980er Jahre perfekt traf. Das Unternehmen stieg schnell zur weltgrößten Damenmodemarke auf und definierte den 'Luxus für jeden Tag' durch aufwendige Strickwaren und Abendgarderobe neu.
Produktikonen und der Duft des Erfolgs
Neben den ikonischen Tweed-Blazern und den farbenfrohen Couture-Roben etablierte Escada ab 1993 eine wegweisende Strategie im Parfümsegment. Die Einführung von jährlich wechselnden 'Summer Fragrances', beginnend mit Chiffon Sorbet, entwickelte sich zu einem Markenzeichen und sicherte der Marke eine dauerhafte Präsenz in den Duty-Free-Shops weltweit. Diese Duftkollektionen blieben oft rentabler als die Kernsparte der Prêt-à-porter-Mode.
Strategische Fehlentscheidungen und der Weg in die Insolvenz
Nach dem Tod von Margaretha Ley im Jahr 1992 verlor Escada seine kreative Leitfigur und geriet in eine Identitätskrise. Eine aggressive Expansion in Untermarken wie Escada Sport und teure Akquisitionen überdehnten die Kapitaldecke des Konzerns erheblich. Infolge der globalen Finanzkrise und rückläufiger Umsätze im wichtigen US-Markt musste das Unternehmen im August 2009 schließlich beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden.
Besitzerwechsel von Mittal bis Regent LP
Nach der Insolvenz übernahm zunächst Megha Mittal, Schwiegertochter des Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, das Unternehmen und versuchte vergeblich, die Marke zu verjüngen. Im Jahr 2019 wurde Escada schließlich an die US-Beteiligungsgesellschaft Regent LP verkauft, die für Sanierungen im Handelssektor bekannt ist. Unter der neuen Führung wurde das Filialnetz drastisch reduziert und das operative Geschäft stark verschlankt, wobei der Fokus heute primär auf Lizenzgeschäften und ausgewählten Kernmärkten liegt.