Historische Marken · Nr. 10

Loewe Opta / Opta Radio

Radios der 1930er bis 1950er unter dem Namen Loewe Opta prägten die deutsche Wohnzimmer-Ästhetik der Wirtschaftswunderjahre; heute nur noch als Sammlerkategorie relevant.

Von den Gebrüdern Loewe zum Durchbruch der Mehrfachröhre

Die Ursprünge der Marke liegen in der 1923 von Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin-Steglitz gegründeten Radiofrequenz GmbH, die durch die Entwicklung der wegweisenden Mehrfachröhre 3NF die Rundfunktechnik revolutionierte. Mit dem Einstieg des Investors Siegmund Loewe in die Konstruktion kostengünstiger Empfänger wie dem Ortsempfänger OE 333 legte das Unternehmen den Grundstein für die Massenproduktion in Deutschland. Nach der erzwungenen Arisierung durch die Nationalsozialisten und der Auswanderung Siegmund Loewes in die USA firmierte das Werk ab 1942 offiziell unter dem Namen Opta Radio AG.

Das Wirtschaftswunder in Teak und Gold: Die Ära Loewe Opta

Nach der Rückkehr Siegmund Loewes und der Rückerstattung seines Eigentums im Jahr 1949 erlebte die Marke als Loewe Opta ihre glanzvollste Zeit an den Standorten Berlin und Kronach. Geräte wie die berühmte 'Hellara'-Reihe oder das Gehäuse-Design 'Meteor' wurden zu Symbolen des sozialen Aufstiegs in der jungen Bundesrepublik. Die Radios zeichneten sich durch ihre markante Goldleisten-Optik, den Einsatz von hochwertigen Hölzern und die Integration des damals neuartigen UKW-Empfangs aus.

Produktikonen zwischen Optaphon und dem ersten Kassettenrekorder

Technologisch setzte Loewe Opta Maßstäbe mit dem 'Optaphon', einem der ersten marktfähigen Magnettonbandgeräte für den privaten Gebrauch, das 1950 auf den Markt kam. Ein weiterer Meilenstein war der 'Optacord', welcher als Vorläufer moderner Diktiergeräte und Kassettenrekorder die Audioaufzeichnung in deutschen Haushalten etablierte. Diese Innovationen festigten den Ruf der Marke als Premiumhersteller, doch der wachsende Konkurrenzdruck durch japanische Importe und der beginnende Siegeszug des Fernsehens setzten der Radio-Sparte zunehmend zu.

Fusion in Kronach und das Erbe der Traditionsmarke

Im Jahr 1962 erfolgte die vollständige Eingliederung der Opta-Sparte in die Loewe-Muttergesellschaft, woraufhin der Namenszusatz 'Opta' allmählich aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwand. Während der Standort Kronach bis heute als Stammsitz der modernen Loewe Technology GmbH fungiert, existiert die Marke Loewe Opta nur noch als historisches Relikt für Sammler hochwertiger Röhrentechnik. Die einstigen Produktionsstätten in Berlin wurden bereits in den 1970er Jahren im Zuge der Konsolidierung der deutschen Unterhaltungselektronik-Industrie aufgegeben.