Zahlreiche deutsche Möbelmarken (Hesse, Massa, Cotta) verschwanden im Zuge der Konsolidierung des Möbelhandels.
Vom Garagenhandel zum Flaggschiff an der B6
Die Geschichte von Möbel Hesse begann im Jahr 1945, als Robert Hesse sen. in Garbsen bei Hannover mit dem Handel von Einrichtungsgegenständen den Grundstein für ein regionales Imperium legte. Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Standort in Berenbostel zu einer der bedeutendsten Möbelmeilen Norddeutschlands, geprägt durch das markante rote Logo und eine Verkaufsfläche, die schließlich über 50.000 Quadratmeter umfasste. Besonders die Verknüpfung von klassischem Einrichtungsstil mit massiven Holzmöbeln sicherte dem Familienunternehmen über Generationen hinweg eine treue Stammkundschaft im Großraum Hannover.
Massa Möbel und die Expansion durch Karl-Heinz Kipp
Parallel dazu markierte Massa Möbel ein anderes Kapitel der deutschen Handelsgeschichte, eng verknüpft mit dem Unternehmer Karl-Heinz Kipp und seinem Warenhaus-Konzept. Während Massa primär als SB-Warenhaus in Alzey startete, wurde die Möbelsparte schnell zu einem tragenden Element für preisbewusste Käufer in ganz Deutschland. Nach der Aufspaltung und dem Verkauf der Massa-Anteile an die Metro AG in den späten 1980er Jahren wurde die Marke Massa Möbel sukzessive in neue Konzernstrukturen integriert, was die ursprüngliche Identität des Discounters erheblich schwächte.
Der Strukturwandel und die Übernahme durch XXXLutz
Die Konsolidierungswelle im deutschen Möbelhandel traf Möbel Hesse im Jahr 2023 mit voller Härte, als die österreichische XXXLutz-Gruppe die Mehrheitsanteile von Inhaber Robert Andreas Hesse übernahm. Dieser Schritt markierte das Ende der Ära als eigenständiges Familienunternehmen, nachdem der Wettbewerbsdruck durch Online-Handel und Großflächendiscounter wie IKEA oder Höffner massiv zugenommen hatte. Die Übernahme umfasste nicht nur das Haupthaus in Garbsen, sondern auch spezialisierte Sparten wie die Küchenwelt, womit ein weiterer prominenter Name unter das Dach der Möbelriesen mit den roten Stühlen wanderte.
Verschwinden der Markenidentität Massa
Im Falle von Massa Möbel vollzog sich der Niedergang bereits Jahre zuvor schleichend durch die Eingliederung in Marken wie Real oder später die Integration in größere Möbelverbünde. Im Gegensatz zu Möbel Hesse, dessen Name am Standort Garbsen durch den neuen Eigentümer zunächst als regionale Untermarke erhalten blieb, ist das Label Massa heute fast vollständig aus dem stationären Handel verschwunden. Übrig geblieben sind lediglich namensverwandte Unternehmen in der Fertighausbranche, die jedoch operativ getrennt von der einstigen Möbelhauskette agieren.