Deutsche Marken · Nr. 37

BASF

Größter Chemiekonzern der Welt. Der Standort Ludwigshafen ist das größte zusammenhängende Chemieareal Europas. Erfinder u. a. des Haber-Bosch-Verfahrens.

Vom Teerfarbstoff zum globalen Verbund-Pionier

Die 1865 von Friedrich Engelhorn in Mannheim gegründete Badische Anilin- & Sodafabrik verlagerte kurz nach ihrem Start die Produktion auf die gegenüberliegende Rheinseite nach Ludwigshafen. Aus der anfänglichen Verwertung von Steinkohlenteer entwickelte sich ein Innovationszentrum, das die großindustrielle Chemie durch Meilensteine wie die Indigo-Synthese und das Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniak-Gewinnung revolutionierte. Heute prägt das Stammwerk als weltgrößtes zusammenhängendes Chemieareal mit über 200 Produktionsbetrieben die globale Industriearchitektur.

Das Verbundprinzip als wettbewerbskritische Effizienz

Kern der Markenidentität ist das von BASF perfektionierte Verbundsystem, bei dem die Nebenprodukte einer Anlage als Rohstoffe für den nächsten Prozessschritt dienen. Diese physische Vernetzung spart jährlich Millionen Tonnen an Logistikaufwand und CO2-Emissionen ein, was BASF einen strukturellen Kostenvorteil gegenüber fragmentierten Wettbewerbern verschafft. In Ludwigshafen erstreckt sich dieses Rohrleitungssystem über eine Gesamtlänge von rund 2.850 Kilometern zwischen den einzelnen Werkskomponenten.

Markenbotschaft und die Evolution des Designs

Mit dem Claim 'We create chemistry' unterstreicht die BASF SE seit 2014 ihren Anspruch, über die reine Produktion von Substanzen hinaus an nachhaltigen Systemlösungen zu arbeiten. Das visuelle Markenzeichen, bestehend aus zwei ineinandergreifenden Quadraten, symbolisiert die enge Partnerschaft und Zusammenarbeit mit der Industrie. Dieser Wandel markiert den Weg von einer klassischen Produktmarke hin zu einer beratungsorientierten Lösungsplattform für Abnehmer aus der Automobil-, Agrar- und Bauwirtschaft.

Von Styropor bis zu modernen Batteriematerialien

Das Produktportfolio der BASF hat den Alltag des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt, etwa durch die Erfindung des Dämmstoffs Styropor im Jahr 1951 oder die Entwicklung des ersten handhabbaren Magnetbands. Aktuell fokussiert sich der Konzern massiv auf den Ausbau des Geschäfts mit Batteriematerialien für die Elektromobilität und Hochleistungskunststoffen wie Ultramid. Gleichzeitig bleibt die Agrarsparte mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut ein strategisch gewichtiger Umsatztreiler im globalen Wettbewerb.

Breit gestreutes Aktionariat bei der SE

Als Aktiengesellschaft im DAX ist die BASF SE heute fast vollständig in Streubesitz, wobei institutionelle Anleger aus den USA, Deutschland und Großbritannien die Mehrheit der Anteile halten. Mit über 100.000 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz, der sich regelmäßig im mittleren bis hohen zweistelligen Milliardenbereich bewegt, behauptet das Unternehmen seine Stellung als Weltmarktführer nach Umsatz. Die Transformation hin zur Klimaneutralität, insbesondere durch die Elektrifizierung der Steamcracker, stellt derzeit die größte Investitionshürde der Konzerngeschichte dar.