Deutsche Marken · Nr. 38

BMW

Ursprünglich Flugmotorenhersteller — das weiß-blaue Logo stilisiert einen rotierenden Propeller. Familienbesitz Quandt hält rund 46 Prozent.

Vom Triebwerkbau zur Rettung durch den Isetta-Erfolg

Die Bayerischen Motoren Werke wurzeln in den 1916 gegründeten Bayerischen Flugzeugwerken und profitierten zunächst von der militärischen Luftfahrtnachfrage des Ersten Weltkriegs. Nach einer schweren Existenzkrise in der Nachkriegszeit sicherte das Segment der Motorräder sowie der Erfolg des Kleinstwagens Isetta in den 1950er Jahren das Überleben des Münchner Traditionsunternehmens. Schließlich verhinderte der Einstieg von Herbert Quandt im Jahr 1959 die drohende Übernahme durch den Konkurrenten Daimler-Benz.

Die Neue Klasse und der Weg zum Premium-Sportler

Mit der Vorstellung des BMW 1500 auf der IAA 1961 gelang der Durchbruch in die sportliche Mittelklasse, was heute als Geburtsstunde der 'Neuen Klasse' gilt. Diese Ära definierte das fahrerzentrierte Cockpit und die dynamische Linienführung, die später in Ikonen wie dem BMW 3er und 5er ihre Fortsetzung fanden. Der bis heute genutzte Claim 'Freude am Fahren' untermauert seit 1964 konsequent die Positionierung als dynamische Alternative im Luxussegment.

Münchner Stabilität durch die Aktionärsstruktur Quandt

Ein Alleinstellungsmerkmal im DAX ist die konstante Eigentümerstruktur, bei der die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten rund 46 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Diese Stabilität ermöglichte langfristige Investitionen in Standorte wie das Stammwerk in München oder das weltweit größte Produktionswerk in Spartanburg, USA. Trotz der Übernahme und des späteren Verkaufs der Rover-Gruppe zum Ende der 1990er blieb der Konzernkern unter dieser Führung stets unabhängig.

Transformation zwischen Vierzylinder-Zentrale und Elektroflotte

Das als 'Vierzylinder' bekannte Verwaltungsgebäude am Rand des Olympiaparks symbolisiert den architektonischen Anspruch und die Verbindung zur Motorentechnik. Mit der Submarke BMW i und Modellen wie dem i3 startete der Konzern früh in die Elektromobilität, während die M-GmbH weiterhin die Performance-Nische bedient. Heute fokussiert sich das Unternehmen auf die 'Neue Klasse' der 2020er Jahre, um die Digitalisierung und den batterieelektrischen Antrieb als neuen Standard zu etablieren.