Deutsche Marken · Nr. 07

Duplo / Hanuta / Nutella

Zahlreiche Klassiker im deutschen Süßwarenregal gehören dem italienischen Familienkonzern Ferrero — Nutella, Duplo, Hanuta, Kinder-Riegel, Rocher, Mon Chéri. Ferrero-Deutschland produziert u. a. in Stadtallendorf.

Von Alba nach Stadtallendorf: Die Expansion des Ferrero-Clans

Die Erfolgsgeschichte der heute in Frankfurt ansässigen Ferrero Deutschland GmbH begann 1956 mit der Übernahme einer ehemaligen Munitionsfabrik im hessischen Stadtallendorf. An diesem zentralen Standort legte die italienische Gründerfamilie Ferrero den Grundstein für ihren massiven Erfolg auf dem deutschen Markt, beginnend mit der Kirschpraline Mon Chéri. Heute fungiert das Werk als einer der weltweit größten Produktionsstandorte innerhalb der globalen Konzernstruktur und sichert die Versorgung für Zentraleuropa.

Nutella und die Revolution der Frühstückskultur

Mit der Markteinführung von Nutella im Jahr 1964 schuf Ferrero eine völlig neue Produktkategorie, die heute die Marktführerschaft im Segment der Nuss-Nugat-Cremes innehat. Die Rezeptur, die auf den Konditor Pietro Ferrero zurückgeht, wurde gezielt auf den deutschen Geschmack abgestimmt und durch prägnante TV-Kampagnen zur Ikone aufgebaut. Das markante Glasdesign und das weiß-rote Logo sind seit Jahrzehnten nahezu unverändert geblieben und dienen als Ankerpunkt für die gesamte Markenwelt.

Hanuta und Duplo: Dominanz im Riegel-Segment

Im Bereich der Zwischenmahlzeiten besetzt Ferrero mit Hanuta, der 'Haselnuss-Tafel', bereits seit 1959 und mit der 'längsten Praline der Welt' namens Duplo seit 1964 strategische Schlüsselpositionen. Während Hanuta durch die Einführung von Sammelbildern zur Fußball-Weltmeisterschaft kultische Verehrung erlangte, fokussiert sich Duplo auf das Versprechen eines eleganten Genussmoments. Beide Produkte nutzen die Synergien der konzerneigenen Haselnuss-Verarbeitung, die Ferrero zum weltweit größten Abnehmer dieser Rohware macht.

Familiäre Diskretion und milliardenschweres Markenportfolio

Trotz der enormen Marktpräsenz mit Marken wie Kinder Schokolade, Rocher oder Giotto ist die Konzernstruktur unter der Leitung von Giovanni Ferrero durch eine ausgeprägte familiäre Diskretion geprägt. Die Ferrero-Gruppe reinvestiert signifikante Teile ihres zweistelligen Milliardenumsatzes in die vertikale Integration der Lieferketten und in ein striktes Qualitätsmanagement. Diese Strategie der Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern ermöglicht es dem Unternehmen, langfristige Markenzyklen über kurzfristige Trends zu stellen.