Deutsche Marken · Nr. 12

Hipp

Marktführer für Babynahrung im deutschsprachigen Raum, in vierter Generation familiengeführt. Claus Hipp prägte den Konzern mit seinem berühmten „Dafür stehe ich mit meinem Namen” — ein Werbeversprechen und Nachhaltigkeitsverpflichtung zugleich.

Vom Zwiebackmehl zur Bio-Pionierrolle in Pfaffenhofen

Die Ursprünge der Marke reichen bis ins Jahr 1899 zurück, als Joseph Hipp in seiner Konditorei in Pfaffenhofen an der Ilm Zwiebackmehl zur Säuglingsnahrung verarbeitete. Die offizielle Gründung des heutigen Unternehmens durch seinen Sohn Georg Hipp erfolgte im Jahr 1932, bevor der Betrieb ab 1956 konsequent auf den industriellen ökologischen Landbau umgestellt wurde. Damit besetzte Hipp eine Nische, lange bevor Bio-Produkte den Massenmarkt erreichten.

Claus Hipp und die Ära des persönlichen Versprechens

Unter der Leitung von Claus Hipp, der das Unternehmen ab 1967 gemeinsam mit seinen Brüdern Georg und Paulus führte, wurde die Marke zum Synonym für Vertrauen. Der Claim „Dafür stehe ich mit meinem Namen“, eingeführt Ende der 1990er-Jahre in TV-Spots, personifizierte die Qualitätskontrolle und machte den Inhaber zu einem der bekanntesten Markengesichter Deutschlands. Heute leitet Stefan Hipp in vierter Generation die Geschicke des Konzerns und führt den Fokus auf regenerative Landwirtschaft fort.

Gläschen-Dominanz und Diversifizierung des Sortiments

Kern des Erfolgs bleibt das klassische Gläschen, wobei Hipp mit über 200 verschiedenen Produkten das breiteste Sortiment im Bereich Beikost anbietet. Neben den Klassikern wie „Früh-Karotten“ hat das Unternehmen seine Präsenz auf Milchnahrung, Pflegeserien für empfindliche Haut und Spezialnahrung ausgeweitet. In Deutschland hält Hipp in der Kategorie Babynahrung Marktanteile, die teilweise deutlich über 40 Prozent liegen.

Nachhaltigkeit als ökonomisches Differenzierungsmerkmal

Das Unternehmen betreibt ein eigenes Netzwerk aus über 8.000 Bio-Erzeugern und setzt auf eine klimaneutrale Produktion an Standorten wie Pfaffenhofen oder dem Werk im ungarischen Hanságliget. Diese vertikale Integration in der Rohstoffbeschaffung sichert nicht nur die Qualität, sondern schützt die Marke auch vor Volatilitäten auf dem konventionellen Agrarmarkt. Hipp investiert zudem massiv in recyclingfähige Verpackungslösungen, um den ökologischen Fußabdruck der Kunststoffbecher und Quetschbeutel zu reduzieren.