Von Rudolf Dassler nach dem Bruderzwist gegründet. Größter Aktionär ist die französische Milliardärsfamilie Pinault (Kering).
Der Herzogenauracher Bruderkonflikt und die Geburtsstunde
Die Geschichte von Puma begann 1948 mit dem legendären Zerwürfnis zwischen den Brüdern Rudolf und Adolf Dassler, die zuvor gemeinsam die 'Gebrüder Dassler Schuhfabrik' führten. Während Adolf Adidas gründete, etablierte Rudolf am anderen Ufer der Aurach die Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler. Dieser lokale Konkurrenzkampf prägt den Standort Herzogenaurach bis heute und trieb beide Unternehmen zu technologischen Höchstleistungen an.
Vom Formstreifen zum ikonischen 'King'-Fußballschuh
In den 1950er Jahren entwickelte Puma den charakteristischen 'Formstrip', der ursprünglich der seitlichen Stabilisierung des Fußes diente und zum globalen Markenzeichen wurde. Ein Meilenstein war die Markteinführung des Puma King Ende der 1960er Jahre, der durch Weltstars wie Pelé und später Diego Maradona Weltruhm erlangte. Bis heute bleibt dieser Schuh ein Ankerpunkt in Pumas Designphilosophie und verbindet Tradition mit moderner Sporttechnologie.
Transformation unter Jochen Zeitz und Lifestyle-Fokus
Anfang der 1990er Jahre stand das Unternehmen vor einer existenziellen Krise, bevor der junge Vorstandschef Jochen Zeitz die Marke radikal neu positionierte. Er transformierte Puma von einer reinen Sportmarke zu einer trendigen Lifestyle-Brand, was durch Kooperationen mit Designern wie Jil Sander unterstrichen wurde. Das Motto 'Forever Faster' spiegelt heute den Anspruch wider, sowohl im Hochleistungssport als auch in der Streetwear-Kultur präsent zu sein.
Einfluss der Familie Pinault und die Kering-Ära
Die Eigentümerstruktur änderte sich massiv, als der französische Luxusgüterkonzern Kering unter François-Henri Pinault im Jahr 2007 die Mehrheit übernahm. Obwohl Kering einen Großteil seiner Puma-Aktien im Jahr 2018 als Sachdividende an seine eigenen Aktionäre ausschüttete, bleibt die Holding der Familie Pinault, Artémis, ein entscheidender Ankeraktionär. Diese Verbindung festigt Pumas Position im Spannungsfeld zwischen globalem Massenmarkt und exklusivem Modeanspruch.
Weltweite Marktposition und das Erbe von Usain Bolt
Hinter den Branchenriesen Nike und Adidas hat sich die PUMA SE fest als drittgrößter Sportartikelhersteller der Welt etabliert. Besonders die Leichtathletik-Ära rund um den jamaikanischen Sprinter Usain Bolt sorgte für eine beispiellose mediale Präsenz und stärkte das Markenimage der Geschwindigkeit. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Nachhaltigkeit und die Rückbesinnung auf Teamsportarten, um seine Marktanteile in Nordamerika und Asien weiter auszubauen.