Ältestes börsennotiertes Familienunternehmen Deutschlands, gegründet 1748. Die Familien Boch, Villeroy und ihre Nachfahren halten weiterhin die Mehrheit. Bekannt für Porzellan, Sanitärkeramik und die berühmten Kacheln.
Von der Lothringer Schmiede zum globalen Lifestyle-Konzern
Die Geschichte von Villeroy & Boch begann im Jahr 1748, als François Boch in Audun-le-Tiche eine kleine Töpferei eröffnete. Die Fusion mit dem Konkurrenten Nicolas Villeroy im Jahr 1836 legte den Grundstein für den Aufstieg zum heute ältesten börsennotierten Familienunternehmen Deutschlands. Vom Hauptsitz in der ehemaligen Benediktinerabtei in Mettlach aus steuert der Konzern heute seine weltweiten Aktivitäten in über 125 Ländern.
Dominanz der Familien Boch und Villeroy im Aktionärskreis
Trotz der Börsennotierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse bleibt das Unternehmen fest in familiärer Hand. Die Stammaktien werden nahezu vollständig von den Nachfahren der Firmengründer gehalten, während nur die Vorzugsaktien frei gehandelt werden. Diese stabile Eigentümerstruktur ermöglichte eine langfristige Ausrichtung, die über rein quartalsgetriebene Strategien hinausgeht.
Ikonen der Tischkultur und sanitäre Innovationen
Bekannte Porzellanserien wie 'Alt Luxemburg' mit dem blauen Blütenzweig oder die moderne 'NewWave'-Kollektion prägen seit Jahrzehnten die europäische Tischkultur. Neben dem klassischen Keramikgeschäft hat sich das Segment Bad und Wellness zum umsatzstarken Standbein entwickelt. Mit der strategischen Übernahme des belgischen Konkurrenten Ideal Standard im Jahr 2024 verdoppelte das Unternehmen nahezu sein Volumen im Bereich der Sanitärlösungen.
Ästhetik zwischen Tradition und zeitgenössischem Design
Der Claim 'A Place to Call Home' unterstreicht den Wandel vom reinen Produkthersteller zum ganzheitlichen Ausstatter für Wohnwelten. Die Zusammenarbeit mit Designgrößen wie Luigi Colani oder dem Studio F.A. Porsche zeigt den Anspruch, handwerkliche Tradition mit moderner Formsprache zu verknüpfen. Historische Meilensteine wie die Ausstattung des Titanic-Schwimmbeckens oder der Kölner Domplatten festigten den Ruf der Marke als Lieferant für repräsentative Großprojekte.