Immobilienspekulationen brachten das Bundesland Berlin an den Rand des Ruins; Rettung durch Landesgarantien.
Immobilienfonds und das Dienstleistungskartell
Die Krise der im Jahr 1994 gegründeten Berliner Bankgesellschaft wurzelte in hochriskanten Immobilienfonds der Tochtergesellschaft Aubis, die Anlegern durch Mietgarantien überzogene Renditen versprachen. Ein engmaschiges Geflecht aus Politik und Bankführung förderte Kreditvergaben für Bauprojekte, die wirtschaftlich nicht tragfähig waren. Als die Immobilienpreise nach dem Nachwende-Boom einbrachen, geriet das Konstrukt durch Milliardenverluste ins Wanken.
Der politische Zusammenbruch im Jahr 2001
Im Frühjahr 2001 wurde das volle Ausmaß der Schieflage bekannt, woraufhin der Berliner Senat unter Eberhard Diepgen über ein Misstrauensvotum stürzte. Die Bank türmte Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe auf, was die Stadt Berlin zur Übernahme einer massiven Risikoabschirmung zwang. Um den Kollaps des Instituts und damit des Landeshaushalts zu verhindern, bürgte Berlin für Immobilienrisiken in Höhe von rund 21,6 Milliarden Euro.
Rettungsschirm und EU-Wettbewerbsverfahren
Die Europäische Kommission genehmigte die massiven staatlichen Beihilfen nur unter strengen Auflagen, die eine tiefgreifende Umstrukturierung vorsahen. In der Folge musste das Institut seine unrentablen Geschäftsbereiche und Auslandsniederlassungen schließen, um die Bilanzsumme drastisch zu reduzieren. Tausende Arbeitsplätze an Standorten wie dem Alexanderplatz oder der Bundesallee fielen dieser Sanierung über Jahre hinweg zum Opfer.
Zerschlagung und Übernahme durch die Sparkassen
Nach der Abspaltung der verlustreichen Immobiliensparten wurde der verbliebene Kern der Bank, die Landesbank Berlin (LBB), neu positioniert. Im Jahr 2007 verkaufte das Land Berlin seine Anteile für rund 5,3 Milliarden Euro an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Damit endete die Ära der Berliner Bankgesellschaft als eigenständiges, börsennotiertes Institut unter der Kontrolle des Landes.