Zahlreiche kleinere IT- und Handelsunternehmen fielen der Dotcom-Krise 2001/02 zum Opfer; kollektiv einer der größten Vermögensvernichtungen der Nachkriegszeit.
Der kometenhafte Aufstieg am Neuen Markt
Die Comco Computer-Leasing AG aus Neuss und die damit eng verflochtene RAC spezialisierten sich in den 1990er Jahren auf IT-Infrastruktur und Leasing-Lösungen für mittelständische Unternehmen. Unter der Führung von Firmengründern wie Thomas Isenberg profitierte das Unternehmen vom massiven Investitionsboom in Computertechnologie im Vorfeld der Jahrtausendwende. Die Expansion wurde durch den Börsengang am Neuen Markt in Frankfurt befeuert, wodurch die Marktkapitalisierung in astronomische Höhen getrieben wurde.
Burchard-Insolvenz und das Platzen der Internetblase
Im Jahr 2001 geriet das Firmengeflecht im Zuge der allgemeinen IT-Rezession und des Kursverfalls am Neuen Markt unter massiven Liquiditätsdruck. Als die Comco-Tochterfirmen wie die RAC (Rental and Consulting) Zahlungsunfähigkeit anmelden mussten, wurde das Ausmaß der finanziellen Schieflage durch riskante Leasing-Konstrukte und ausbleibende Hardware-Aufträge offensichtlich. Der Zusammenbruch markierte einen der prominentesten Misserfolge im Segment der IT-Dienstleister nach dem Ende der Dotcom-Euphorie.
Abwicklung durch Insolvenzverwalter Eberhard Stock
Nach dem Insolvenzantrag übernahm der Düsseldorfer Rechtsanwalt Eberhard Stock die Verwaltung der verbliebenen Vermögenswerte der Comco. Ein Großteil der Belegschaft, die in Spitzenzeiten mehrere hundert Mitarbeiter an Standorten wie Neuss und München umfasste, verlor in der Folgezeit ihre Anstellung. Die Bemühungen um eine Gesamtlösung scheiterten, was zur Zerschlagung und zum Verkauf von profitablen Einzelpaketen an Wettbewerber wie die CHG-Meridian führte.
Vom Börsenliebling zur gerichtlichen Aufarbeitung
Das Nachspiel der Insolvenz beschäftigte die Justiz noch über Jahre, wobei insbesondere die Transparenz der Bilanzen und die Werthaltigkeit der Leasing-Verträge im Fokus standen. Der Fall Comco steht bis heute stellvertretend für das aggressive Wachstum und den raschen Fall von Technologie-Werten am deutschen Kapitalmarkt um die Jahrtausendwende. Anleger erlitten durch den Totalverlust der Aktie im Zuge des Delistings Schäden in Millionenhöhe.