Nach der Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank 2008 wurde die kombinierte Bank massiv staatlich gestützt (SoFFin); Rekordverluste in den Folgejahren.
Fataler Kaufzeitpunkt im Schatten von Lehman Brothers
Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank im August 2008 markierte einen Wendepunkt in der deutschen Bankenhistorie, da der Kaufpreis von rund 9,8 Milliarden Euro unmittelbar vor der Eskalation der globalen Finanzkrise vereinbart wurde. Kurz nach Vertragsunterzeichnung offenbarte sich das volle Ausmaß der toxischen Wertpapiere in den Depots der Dresdner-Investmentbanking-Sparte Dresdner Kleinwort. Dieser strategische Zukauf von der Allianz SE zwang die Commerzbank bereits 2008 und 2009 in eine existenzbedrohende Schieflage.
Massive Staatsstützung durch den SoFFin
Um den Zusammenbruch des neuen Bankenriesen zu verhindern, musste der deutsche Staat über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen und Kapitalbeteiligungen einspringen. Durch diese Rettungsmaßnahmen hielt der Bund zeitweise 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank, um die durch die Dresdner Bank importierten Milliardenverluste abzufedern. Die Integration wurde zur Zerreißprobe, da die Kernkapitalquoten durch Abschreibungen auf strukturierte Kreditprodukte und Staatsanleihen massiv unter Druck gerieten.
Das Ende der Marke mit dem grünen Band
Die markante Markenidentität der Dresdner Bank, symbolisiert durch das seit 1964 genutzte grüne Band im Logo, verschwand infolge der Fusion sukzessive aus dem Stadtbild. Bis zum Jahr 2011 wurden bundesweit alle Standorte auf das gelbe Design der Commerzbank umgeflaggt, wobei die Frankfurter Zentrale im Commerzbank Tower verblieb. Während die Dresdner Bank als juristische Person erlosch, blieben die hohen Risiken in der internen Abwicklungseinheit 'Internal Restructuring Unit' über Jahre hinweg ein Belastungsfaktor für die Bilanz.
Drastischer Stellenabbau und Standortschließungen
Die Zusammenführung der beiden Filialnetze führte zu einem massiven Abbau von rund 9.000 Vollzeitstellen, wobei insbesondere Doppelfunktionen in den Verwaltungen von Frankfurt am Main und den regionalen Zentren gestrichen wurden. Zahlreiche der ehemals über 1.000 Filialen der Dresdner Bank wurden aufgrund von unmittelbarer Nähe zu bestehenden Commerzbank-Standorten dauerhaft geschlossen. Dieser Prozess betraf tausende Mitarbeiter an traditionellen Standorten wie Dresden, Berlin und Hamburg, während die Bank mit strengen Auflagen der EU-Kommission zur Bilanzsummenreduzierung kämpfte.