Größte Pleiten · Nr. 11

Loewe (2013 / 2019)

Der Premium-Fernseher-Hersteller aus Kronach schlitterte gleich zwei Mal in die Insolvenz. Konnte am Ende jeweils gerettet werden, produziert weiter — im Vergleich zu Grundig ein glimpflicher Ausgang.

Vom Design-Pionier in die Preisfalle des asiatischen Marktes

Der Traditionshersteller aus Oberfranken geriet ab 2012 massiv unter Druck, da die Konkurrenz aus Fernost den Markt mit günstigen Panel-Technologien flutete. Während Loewe am Premium-Anspruch mit integrierten Festplattenrekordern und puristischem Design festhielt, sanken die Preise für LED-Fernseher branchenweit schneller als die Produktionskosten in Kronach. Dies führte 2013 zum ersten Schutzschirmverfahren, da das Unternehmen die hohen Fixkosten des bayerischen Werks nicht mehr durch die sinkenden Absatzzahlen decken konnte.

Erste Rettung durch Stoschek und den Investor Stargate

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens unter dem Verwalter Axel Bierbach im Jahr 2013 übernahm im Jahr 2014 der Investor Stargate Capital das Ruder. Mit Unterstützung des Brose-Gesellschafters Michael Stoschek wurden rund 400 der ursprünglich über 800 Arbeitsplätze gesichert, um Loewe als Manufaktur für Luxus-TVs neu zu positionieren. Trotz einer strategischen Partnerschaft mit dem chinesischen Elektronikriesen Hisense gelang es jedoch nicht, den technologischen Rückstand bei Software-Plattformen und Streaming-Integrationen nachhaltig aufzuholen.

Der totale Stillstand und das Aus im Jahr 2019

Im Mai 2019 musste Loewe erneut Insolvenz anmelden, da die Banken die Kreditlinien für den laufenden Betrieb aufgrund mangelnder Liquidität kündigten. Der Betrieb am Standort Kronach kam zum 01. Juli 2019 komplett zum Erliegen, woraufhin den verbliebenen rund 400 Mitarbeitern gekündigt werden musste. Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß suchte monatlich unter Zeitdruck nach einem Käufer für die Markenrechte und die Produktionsanlagen, während die Werkshallen vorübergehend verwaisten.

Neuanfang unter Skytec und die Rückkehr nach Franken

Die Wende kam Ende 2019, als der zypernbasierte Investor Skytec Group rund um Vladislav Khabliev die Markenrechte erwarb und den Neustart einleitete. Inzwischen ist Loewe wieder in Kronach aktiv, wobei neben der TV-Sparte nun auch Audio-Produkte wie Multiroom-Lautsprecher den Kern des Geschäfts bilden. Im Gegensatz zu Markennamen wie Grundig oder Telefunken findet bei Loewe tatsächlich wieder eine nennenswerte Entwicklung und Endmontage am historischen Stammsitz in Deutschland statt.