Nach der Praktiker-Insolvenz sollte Max Bahr weiter geführt werden — auch das gelang nicht. Weitere ~ 3.500 Beschäftigte verloren ihre Stelle.
Der fatale Sog der Praktiker-Krise
Obwohl die Hamburger Traditionsmarke Max Bahr lange Zeit als das profitabelste Juwel innerhalb der Praktiker-Gruppe galt, konnte sie sich der Abwärtsspirale des Mutterkonzerns nicht entziehen. Im Juli 2013 musste zunächst die Konzernmutter Insolvenz anmelden, was die Kreditlinien für die eigentlich gesunde Tochtergesellschaft unmittelbar blockierte. Da keine Warenkredite mehr versichert wurden und die Regale in Standorten wie Hamburg-Stellingen leer blieben, folgte im November 2013 der unvermeidbare Gang zum Insolvenzgericht.
Christopher Seagon und die gescheiterte Rettung durch Hellweg
Der vom Amtsgericht Hamburg bestellte Insolvenzverwalter Christopher Seagon bemühte sich intensiv um eine Paketlösung für den Erhalt der Marke. Lange Zeit galt der Konkurrent Hellweg als favorisierter Investor, der einen Großteil der zuletzt 132 betriebenen Filialen übernehmen wollte. Die Verhandlungen scheiterten jedoch im Dezember 2013 spektakulär an den komplexen Immobilienbesitzverhältnissen, da die Vermieter der Standorte keine Einigung mit dem potenziellen Käufer erzielen konnten.
Die Zerschlagung des Hamburger Traditionsunternehmens
Nach dem Scheitern der Gesamtlösung begann der Ausverkauf der Inventarbestände in den verbliebenen Baumärkten mit Rabattaktionen von bis zu 80 Prozent. Die rund 3.500 betroffenen Mitarbeiter der Max Bahr Holzhandlung GmbH erhielten Ende 2013 ihre Kündigungen, während Konkurrenten wie Bauhaus, Hornbach oder Globus begannen, sich die lukrativsten Sahnestücke des Filialnetzes zu sichern. Das Ende von Max Bahr markierte den Verlust des letzten großen deutschen Baumarkt-Konzepts, das explizit auf eine hochwertigere Kundenansprache und das Fachhandelssegment setzte.
Nachnutzung der Standorte durch Bauhaus und Globus
Das Erbe der Marke verteilt sich heute auf diverse Wettbewerber, wobei die Kette Bauhaus allein 24 ehemalige Max-Bahr-Standorte sowie 20 weitere Praktiker-Filialen übernahm. Auch die Globus-Gruppe sicherte sich prominente Flächen, wie beispielsweise in Braunschweig, um ihre eigene Expansion voranzutreiben. Trotz dieser punktuellen Standorterhaltungen verschwand der Name Max Bahr, der seit 1879 für Holzexpertise stand, endgültig aus den deutschen Gewerbegebieten.