Größte Pleiten · Nr. 43

Q-Cells

Deutscher Solarpionier aus Bitterfeld; nach dem China-Preisschock Insolvenz. Übernahme durch Hanwha (Korea).

Vom Sonnenkönig von Bitterfeld zum Krisenfall

Die Q-Cells SE mit Hauptsitz im sachsen-anhaltinischen Bitterfeld-Wolfen galt jahrelang als das Flaggschiff des deutschen 'Solar Valley'. Nach der Gründung im Jahr 1999 stieg das Unternehmen zeitweise zum weltweit größten Hersteller von Solarzellen auf, bevor der massive Preisverfall durch staatlich subventionierte Konkurrenz aus China die Margen vernichtete.

Der dramatische Kurssturz und die Insolvenz 2012

Anfang April 2012 musste die Unternehmensführung den Gang zum Insolvenzgericht in Dessau-Roßlau antreten, nachdem ein Rettungsplan am Widerstand der Anleihegläubiger gescheitert war. Der Insolvenzverwalter Henning Schorisch übernahm die Führung, während das Unternehmen allein im Geschäftsjahr 2011 einen Rekordverlust von rund 846 Millionen Euro verzeichnet hatte.

Übernahme durch die Hanwha-Gruppe

Im August 2012 setzte sich der südkoreanische Mischkonzern Hanwha gegen Mitbewerber durch und übernahm den Kern des insolventen Photovoltaik-Unternehmens. Die Übernahme rettete den Standort Bitterfeld-Wolfen, bedeutete jedoch das Ende der Eigenständigkeit unter dem neuen Namen Hanwha Q-Cells.

Folgen für Arbeitsplätze und Fertigungsstandorte

Von den ursprünglich über 2.000 Arbeitsplätzen in Deutschland konnten durch den Verkauf rund 1.250 Stellen an den Standorten in Sachsen-Anhalt erhalten werden. Die Produktion wurde in der Folgezeit zunehmend nach Malaysia verlagert, während in Bitterfeld das Forschungs- und Entwicklungszentrum verblieb.