Neben Q-Cells eine der frühen Solar-Insolvenzen; symbolisch für den Untergang der deutschen Photovoltaik-Industrie.
Vom Branchenpionier zum Symbol der Solar-Krise
Die 1996 gegründete Solon SE galt als das erste deutsche Solarunternehmen, das den Sprung an die Börse wagte und den Berliner Standort Adlershof zum Zentrum einer neuen Technologie-Ära machte. Mit innovativen Modulen und großen Projekten wie der Solaranlage auf dem Dach des Berliner Reichstagsgebäudes prägte die Firma jahrelang das Bild einer ökologischen Industriewende.
Absturz durch Preisverfall und Überkapazitäten
Gegen Ende 2011 geriet der Photovoltaik-Spezialist durch einen massiven Preisverfall bei Solarzellen unter Druck, der primär durch die aufkommende Konkurrenz aus Fernost ausgelöst wurde. Hohe Lagerbestände und teure langfristige Verträge über die Lieferung von Silizium ließen die Gewinnmargen einbrechen, bis die Verbindlichkeiten gegenüber Banken und Gläubigern nicht mehr bedient werden konnten.
Der Insolvenzantrag und die Rolle von Rüdiger Wienberg
Am 13. Dezember 2011 stellte der Vorstand unter Stefan Weniger den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, da die Sanierungsverhandlungen mit den Banken über einen Kreditrahmen im dreistelligen Millionenbereich gescheitert waren. Als Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Rüdiger Wienberg von der Kanzlei hww bestellt, der den Geschäftsbetrieb in der kritischen Phase stabilisieren musste.
Zerschlagung und Übernahme durch Microsol
Nach intensiven Verhandlungen übernahm der ländisch-arabische Energiekonzern Microsol im Frühjahr 2012 wesentliche Teile des Unternehmens, darunter die Produktionsstandorte in Berlin und Greifswald. Von den ursprünglich rund 800 Arbeitsplätzen konnten etwa 400 Stellen durch den neuen Eigentümer gesichert werden, während die Forschungsabteilungen und der Standort in den USA weitgehend abgewickelt wurden.