Aus einer TU-München-Studienarbeit von Alexander Rinke, Bastian Nominacher und Martin Klenk wurde die Weltnummer 1 im Process Mining — der automatischen Analyse von Geschäftsprozessen auf Basis der Log-Daten von SAP, Oracle, Salesforce & Co. Kunden wie Siemens, BMW, Deutsche Telekom oder Uber setzen die Software zur Effizienzsteigerung in Einkauf, Produktion und Buchhaltung ein.
Vom Münchner Uni-Projekt zum globalen Decacorn
Die Erfolgsgeschichte von Celonis nahm im Jahr 2011 ihren Anfang, als Alexander Rinke, Bastian Nominacher und Martin Klenk an der Technischen Universität München eine Software zur Analyse von IT-Tickets entwickelten. Was als akademisches Projekt begann, kristallisierte sich schnell als marktführende Lösung für das sogenannte Process Mining heraus. Heute agiert das Unternehmen von seinen Doppel-Hauptsitzen in München und New York aus als weltweiter Vorreiter seiner Sparte.
Digitale Röntgenbilder für komplexe Unternehmensprozesse
Das Kernprodukt von Celonis ist das Execution Management System, das wie eine Art Röntgengerät für betriebliche Abläufe funktioniert. Die Technologie extrahiert digitale Spuren aus Systemen wie SAP, Oracle oder Salesforce, um Ineffizienzen und Engpässe in Echtzeit zu visualisieren. Große Konzerne wie Siemens, BMW und die Deutsche Telekom nutzen diese Einblicke, um Reibungsverluste im Einkauf oder in der Logistik gezielt zu eliminieren.
Kapitalspritzen und die Bewertung von 13 Milliarden US-Dollar
Trotz jahrelangem Bootstrapping ohne externes Kapital sicherte sich Celonis in späteren Wachstumsphasen massive Investitionen von Geldgebern wie Accel und 83North. Eine entscheidende Finanzierungsrunde im Jahr 2021 spülte rund eine Milliarde US-Dollar in die Kassen, gefolgt von einer weiteren Kapitalerhöhung im Jahr 2022. Diese Dynamik hob den Unternehmenswert auf rund 13 Milliarden US-Dollar, was Celonis zum wertvollsten deutschen Startup dieser Ära machte.
Expansion und Integration künstlicher Intelligenz
Celonis hat seinen Fokus längst über die reine Analyse hinaus auf die aktive Steuerung von Geschäftsprozessen ausgeweitet. Durch die Akquisition von Unternehmen wie Integromat wurde die Plattform um Automatisierungsfunktionen ergänzt, die direkt auf erkannte Prozessfehler reagieren können. Die Integration von Machine Learning sorgt dafür, dass das System eigenständig Optimierungsvorschläge für globale Lieferketten und Finanzströme unterbreitet.