Startups · Nr. 12

Helsing

Verteidigungs-KI, mitgegründet von Torsten Reil (Ex-NaturalMotion), Gundbert Scherf (Ex-McKinsey / Verteidigungsministerium) und Niklas Köhler. Software zur Echtzeit-Auswertung von Sensordaten für militärische Aufklärung und Zielerfassung — Kunden sind unter anderem die Bundeswehr, das britische MoD und die ukrainischen Streitkräfte.

Verteidigungs-KI aus München: Die Vision von Reil, Scherf und Köhler

Im Jahr 2021 gründeten Torsten Reil, der zuvor das Gaming-Unternehmen NaturalMotion leitete, der ehemalige McKinsey-Berater Gundbert Scherf und Niklas Köhler das Software-Startup Helsing in München. Ihr Ziel war die Entwicklung einer souveränen Verteidigungs-KI für demokratische Staaten, um technologische Überlegenheit auf modernen Schlachtfeldern zu sichern. Das Unternehmen konzentriert sich dabei primär auf Softwarelösungen, die bestehende Waffensysteme und Hardware durch künstliche Intelligenz leistungsfähiger machen.

Echtzeit-Sensorik für Bundeswehr und NATO-Partner

Das Kernprodukt von Helsing ist eine Plattform zur KI-gestützten Auswertung massiver Sensordaten in Echtzeit, die für die militärische Aufklärung und präzise Zielerfassung genutzt wird. Die Software wird beispielsweise in die Eurofighter-Flotte integriert und unterstützt Truppen durch das Projekt 'Impact' bei der Koordination von Drohnenschwärmen. Zu den wichtigsten Auftraggebern gehören neben der Bundeswehr auch das britische Ministry of Defence sowie die ukrainischen Streitkräfte im aktiven Einsatz.

Kapitalsprung zur Bewertung von 12 Milliarden US-Dollar

Helsing verzeichnete eine außergewöhnliche Finanzierungshistorie, beginnend mit einer frühen Unterstützung durch Spotify-Gründer Daniel Ek. Im Sommer 2024 sammelte das Startup in einer Serie-C-Finanzierungsrunde rund 450 Millionen Euro ein, angeführt von General Catalyst. Diese Kapitalspritze trieb die Bewertung des Münchener Einhorns bis zum Jahr 2025 auf etwa 12 Milliarden US-Dollar, was die massive Bedeutung von Software im Verteidigungssektor unterstreicht.

Europäischer Footprint und technologische Souveränität

Vom Hauptquartier in München aus hat Helsing seine Präsenz zügig nach Berlin, London und Paris ausgeweitet, um eng mit den jeweiligen nationalen Verteidigungsministerien zusammenzuarbeiten. Durch Partnerschaften mit Konzernen wie Airbus und Saab sichert das Unternehmen die technologische Unabhängigkeit Europas gegenüber Anbietern aus den USA oder China. Die Software-Architektur ist dabei gezielt darauf ausgelegt, auch unter schwierigen Bedingungen an der taktischen Front („at the edge“) zu operieren.