Startups · Nr. 14

Klarna (Deutschland: Sofortüberweisung)

Nicht rein deutsch — aber Sofortüberweisung (heute Klarna) wurde in München gegründet und ist Backbone des deutschen E-Commerce-Bezahlens. 2014 in Klarna aufgegangen, wo die deutschen Gründer Christian und Björn Klaas noch mehrere Jahre in Führungsrollen blieben.

Münchner Wurzeln der Bezahlrevolution

Die Geschichte von Klarna auf dem deutschen Markt ist untrennbar mit der Gründung der Sofort GmbH im Jahr 2005 durch Christian und Björn Klaas sowie Christoph Bargmann in München verbunden. Mit dem Produkt Sofortüberweisung schufen sie ein Direktüberweisungsverfahren, das ohne Kreditkarte funktionierte und die klassische Banküberweisung für den Online-Handel echtzeitfähig machte. Dieses System entwickelte sich binnen weniger Jahre zum Rückgrat des deutschen E-Commerce und bot Händlern eine sofortige Zahlungsbestätigung bei maximaler Sicherheit.

Die Fusion zur europäischen Fintech-Macht

Im Jahr 2014 kam es zum strategischen Wendepunkt, als der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna die Münchener Sofort GmbH übernahm, um seine Marktposition in der DACH-Region zu festigen. Die Gründer Christian und Björn Klaas blieben auch nach der Integration in das Stockholmer Unicorn für mehrere Jahre in führenden Positionen an Bord, um die Zusammenführung der Technologien zu begleiten. Heute fungiert die Sofort-Technologie als essenzieller Bestandteil des Klarna-Ökosystems und wird unter dem Markennamen Klarna fortgeführt.

Skalierung durch massive Finanzierungsrunden

Klarna hat sich durch hunderte Millionen Dollar schwere Investitionen von namhaften Geldgebern wie Sequoia Capital, Silver Lake und der SoftBank Vision Fund 2 zu einem der wertvollsten Startups Europas entwickelt. Allein in einer Finanzierungsrunde im Jahr 2021 wurden rund 639 Millionen Dollar eingesammelt, was die Bewertung kurzzeitig auf über 45 Milliarden Dollar katapultierte. Trotz einer signifikanten Korrektur der Marktbewertung auf rund 6,7 Milliarden Dollar im Jahr 2022 bleibt das Unternehmen ein dominierender Akteur im globalen Payments-Sektor.

Das Geschäftsmodell zwischen BNPL und Banking

Das heutige Geschäftsmodell basiert primär auf dem 'Buy Now, Pay Later'-Prinzip (BNPL), bei dem Klarna den Rechnungs- und Ratenkauf für Endkunden übernimmt und das Ausfallrisiko für die Händler trägt. Durch die Integration der Münchner Sofortüberweisung bietet das Unternehmen zudem eine direkte Konto-zu-Konto-Zahlung an, die durch die EU-weite PSD2-Richtlinie begünstigt wird. Mit einer eigenen europäischen Banklizenz hat sich Klarna zudem vom reinen Zahlungsdienstleister zur Vollbank mit Sparkonten und eigener App-Infrastruktur transformiert.