Startups · Nr. 42

Lieferando (Just Eat Takeaway)

Größter Essenslieferant in Deutschland; nach Übernahme durch Just Eat Takeaway.com Teil eines globalen Konzerns.

Von der Berliner Studentenidee zur Marktdominanz

Die Geschichte von Lieferando begann im Jahr 2009 in Berlin, als Christoph Gerber, Jörg Gerbig und Kai Hansen die Plattform als Herausforderer zu bestehenden Lieferdiensten gründeten. Ursprünglich als reiner Vermittler für Speisen konzipiert, entwickelte sich das Unternehmen durch eine aggressive Expansionsstrategie schnell zum ernsthaften Konkurrenten für den damaligen Marktführer Delivery Hero.

Die Milliarden-Übernahme durch Takeaway.com

Ein entscheidender Wendepunkt in der Unternehmenshistorie war der Verkauf an die niederländische Takeaway.com-Gruppe im Jahr 2014 für rund 103 Millionen Euro. Nach der späteren Fusion mit dem britischen Anbieter Just Eat entstand ein globaler Gigant, der die Marke Lieferando zur zentralen Säule im deutschsprachigen Raum ausbaute.

Kapitalkraft und strategische Konsolidierung

In der Entwicklung spielten massive Finanzierungsrunden eine Schlüsselrolle, darunter Investitionen von Macquarie Capital und Rheingau Founders in zweistelliger Millionenhöhe während der frühen Wachstumsphase. Die Bewertung des Gesamtkonzerns Just Eat Takeaway stieg in Spitzenzeiten auf über 15 Milliarden Euro, während das operative Geschäft in Deutschland durch die Übernahme des Deutschland-Geschäfts von Delivery Hero für ca. 930 Millionen Euro gefestigt wurde.

Vom Vermittlungsportal zum Logistik-Netzwerk

Das Geschäftsmodell basiert heute nicht mehr nur auf der reinen Vermittlung von Bestellungen gegen eine Provision von meist 13 Prozent, sondern integriert mit dem Service 'Scoober' eine eigene Logistikflotte. Tausende Kuriere in den charakteristischen orangefarbenen Outfits stellen die Belieferung auch für Restaurants sicher, die über keine eigenen Fahrer verfügen.

Aktuelle Marktposition am Standort Berlin

Vom Hauptquartier am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg aus steuert das Management heute ein Netzwerk von zehntausenden Partnerrestaurants bundesweit. Trotz zunehmender Konkurrenz durch Quick-Commerce-Anbieter bleibt Lieferando mit einem jährlichen Bruttowarenwert im Milliardenbereich der unangefochtene Platzhirsch im deutschen Food-Delivery-Sektor.