Startups · Nr. 20

SAP

Das erfolgreichste deutsche Startup aller Zeiten begann in einem Weinheimer Zimmer: Fünf ehemalige IBM-Angestellte — Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther — entwickelten 1972 Standardsoftware für Firmen. Aus R/2 wurde R/3, aus R/3 die S/4HANA-Suite in der Cloud. Heute läuft die Rechnungslegung eines Großteils der DAX-Konzerne und tausender Mittelständler weltweit auf SAP.

Von der Weinheimer Privatwohnung zum Weltmarktführer

Die Erfolgsgeschichte der SAP SE nahm 1972 ihren Anfang, als fünf IBM-Ingenieure in Weinheim den Mut zur Selbstständigkeit bewiesen. Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther verfolgten die damals visionäre Idee, Standardsoftware für betriebswirtschaftliche Prozesse zu entwickeln, die Daten in Echtzeit verarbeitet. Ohne klassisches Risikokapital moderner Prägung basierte die frühe Phase auf direkter Kundenarbeit, etwa bei der lokalen Niederlassung von ICI.

Sytem R/3 als technologischer Wendepunkt

Nachdem das System R/2 in den 1980er Jahren die Großrechner-Ära dominierte, gelang 1992 mit der Einführung von R/3 der globale Durchbruch. Die Client-Server-Architektur ermöglichte es Unternehmen weltweit, Finanzwesen, Logistik und Personalplanung auf einer integrierten Plattform zu steuern. Dieser technologische Sprung legte die Basis für den Aufstieg zum wertvollsten Konzern im DAX und festigte den Standort Walldorf als europäisches Software-Zentrum.

Transformation zur Cloud und S/4HANA

Unter der aktuellen strategischen Ausrichtung hat SAP das Geschäftsmodell von Einmallizenzen auf Abonnements in der Cloud umgestellt. Kernprodukt ist heute die Suite S/4HANA, die auf der hauseigenen In-Memory-Datenbanktechnologie basiert und enorme Mengen an Transaktionsdaten in Millisekunden analysiert. Trotz der komplexen Migration für Bestandskunden verzeichnet das Unternehmen ein starkes Wachstum im Cloud-Segment, das mittlerweile die wichtigste Umsatzsäule darstellt.

Rekordbewertung und globale Marktmacht

Mit einem Marktwert von rund 300 Milliarden Euro im Jahr 2025 unterstreicht SAP seine Rolle als einziges europäisches Softwarehaus von globaler Relevanz. Über 90 Prozent der Forbes-Global-2000-Unternehmen nutzen die Lösungen aus Walldorf für ihre tägliche Rechnungslegung und Warenwirtschaft. Die finanzielle Stabilität ermöglichte zuletzt milliardenschwere Zukäufe wie jene von WalkMe oder Signavio, um das Portfolio im Bereich Prozessanalyse und User-Experience zu stärken.