Startups · Nr. 23

Solaris (SolarisBank)

Banking-as-a-Service für andere Fintechs — Solaris stellt Banklizenz, Konten und Kartenausgabe als API bereit. Kunden waren u. a. Trade Republic (bis 2023), Vivid Money oder Tomorrow. Damit ermöglicht Solaris Dutzenden von Startups, eigene Banking-Produkte anzubieten, ohne selbst eine Vollbanklizenz zu benötigen.

Fintech-Schmiede aus Berlin: Die Vision von Marko Wenthin und Andreas Bittner

Gegründet im Jahr 2016 in der Bundeshauptstadt Berlin von Marko Wenthin, Andreas Bittner und der Firmenschmiede FinLeap, etablierte sich Solaris schnell als technologisches Rückgrat der deutschen Fintech-Szene. Das Unternehmen verfolgte von Beginn an das Ziel, Banking-Infrastruktur modular über Programmierschnittstellen bereitzustellen, damit junge Firmen ohne eigene Banklizenz Finanzprodukte anbieten können. Dieser Ansatz machte Solaris zum Pionier des Banking-as-a-Service-Modells in Europa.

Modulare API-Lösungen für Trade Republic und die Neobanken-Welle

Das Geschäftsmodell basiert auf der Bereitstellung von regulatorischen Kernleistungen wie Kontoführung, Identifikationsverfahren und der Kartenausgabe via API. Prominente Partner wie die Neobank Tomorrow oder das Fintech Vivid Money nutzen die Berliner Plattform, um ihren Kunden rechtssichere Konten anzubieten. Besonders prägend war die langjährige Zusammenarbeit mit dem Broker Trade Republic, die erst im Jahr 2023 endete, als dieser eine eigene Vollbanklizenz erhielt.

Milliardenschwere Finanzierungsrunden und der Status als Einhorn

In mehreren Finanzierungsrunden sammelte Solaris beeindruckende Kapitalsummen von Investoren wie Visa, BBVA und Softbank ein. Im Jahr 2021 stieg das Unternehmen durch eine Serie-D-Finanzierung in Höhe von rund 190 Millionen Euro zum „Unicorn“ auf und wurde mit 1,1 Milliarden Euro bewertet. Zuletzt sicherte sich das Startup im Sommer 2023 eine weitere Kapitalspritze im mittleren zweistelligen Millionenbereich, um die Expansion und regulatorische Auflagen zu finanzieren.

Regulatorischer Druck der BaFin und strategische Neuausrichtung

Trotz des schnellen Wachstums steht das Institut seit 2023 unter verstärkter Beobachtung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die einen Sonderbeauftragten einsetzte. Die Behörde forderte striktere Compliance-Strukturen und eine Konsolidierung der bankinternen Prozesse, was zu einer Phase der operativen Umstrukturierung führte. Unter dem neuen CEO Carsten Höltkemeyer konzentriert sich Solaris seither verstärkt auf Profitabilität und die Integration der Akquisition von Contis.