Startups · Nr. 25

Trivago

Der Hotel-Metasucher aus Düsseldorf gehört mehrheitlich zum US-Konzern Expedia, der 2013 die Kontrolle übernahm. Nach Corona-Krise 2020 hartes Redimensionieren mit rund einem Drittel Stellenabbau, seither zurück in schwarzen Zahlen — allerdings auf deutlich niedrigerem Umsatzniveau.

Von der Düsseldorfer Wohngemeinschaft zum globalen Metasucher

Die Erfolgsgeschichte von Trivago begann im Jahr 2005, als die Gründer Rolf Schrömgens, Malte Siewert und Peter Vinnemeier in Düsseldorf eine Plattform entwickelten, die den unübersichtlichen Hotelmarkt transparent machen sollte. Das Geschäftsmodell basiert auf einer Metasuchmaschine, die Preise von Hunderten Buchungsseiten aggregiert und Nutzer über ein Cost-per-Click-Verfahren an Partner wie Booking.com oder Expedia weiterleitet. Durch massives Marketing und den Fokus auf eine intuitive Suchmaske entwickelte sich das Start-up schnell zum ersten deutschen „Unicorn“ im Tech-Sektor.

Der milliardenschwere Einstieg von Expedia und der Weg an die Nasdaq

Ein entscheidender Wendepunkt in der Unternehmenshistorie war der Dezember 2012, als der US-Reiseriese Expedia ankündigte, für rund 477 Millionen Euro in bar und Aktien die Mehrheit von 61 Prozent an Trivago zu übernehmen. Getrieben durch dieses Wachstum folgte im Dezember 2016 der Börsengang an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq, bei dem das Unternehmen mit mehreren Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Die Gründer blieben zunächst operativ an Bord, um die internationale Expansion vom Standort im Düsseldorfer Medienhafen aus voranzutreiben.

Radikale Umstrukturierung nach dem globalen Tourismus-Schock

Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 traf Trivago mit voller Härte und führte zu einem dramatischen Einbruch der Werbeerlöse, was das Management zu einem tiefgreifenden Personalabbau von rund 500 Stellen zwang. Unter der Führung von Axel Hefer, der Rolf Schrömgens als CEO ablöste, wurde das Unternehmen auf Effizienz getrimmt und die Marketingausgaben signifikant reduziert. Diese Redimensionierung ermöglichte zwar die Rückkehr in die Gewinnzone, stabilisierte den Umsatz jedoch auf einem spürbar niedrigeren Niveau als in den Rekordjahren vor 2019.

Aktuelle Marktlage und die Rückkehr zum Produktfokus

Heute operiert Trivago in einem konsolidierten Marktumfeld, in dem Google mit eigenen Reiseservices den Wettbewerbsdruck massiv erhöht hat. Die aktuelle Bewertung an der Börse spiegelt mit einem dreistelligen Millionenbetrag nur noch einen Bruchteil der einstigen Höchststände wider, während das Unternehmen versucht, durch KI-basierte Suchfunktionen neue Relevanz zu gewinnen. Johannes Thomas, der 2023 als CEO zurückkehrte, setzt nun verstärkt auf eine Rückbesinnung zu den produktspezifischen Wurzeln der Marke, um die Unabhängigkeit gegenüber den großen Online-Reiseagenturen zu wahren.