Startups · Nr. 55

Wunderlist

Sechs Jahre nach der Microsoft-Übernahme (2015) wurde die App eingestellt und in Microsoft To-Do überführt.

Berliner Innovationsgeist unter Christian Reber

Im Jahr 2011 revolutionierte das Startup 6wunderkinder um Gründer Christian Reber von Berlin-Mitte aus den Markt für Aufgabenmanagement. Die App Wunderlist bestach durch ein damals neuartiges, minimalistisches Design und eine nahtlose Synchronisation über verschiedene Betriebssysteme hinweg. Dieses klare Geschäftsmodell machte das Tool schnell zu einem der international Aushängeschilder der deutschen Digitalszene.

Wachstum durch prominente Risikokapitalgeber

Das enorme Nutzerwachstum lockte namhafte Investoren wie Sequoia Capital und Earlybird an, die das Potenzial der Plattform frühzeitig erkannten. In verschiedenen Finanzierungsrunden sammelte das Team insgesamt rund 30 Millionen US-Dollar ein, um die Expansion voranzutreiben. Besonders der Einstieg von Sequoia wurde als Ritterschlag für den Standort Berlin und das Produkt Wunderlist gewertet.

Der Exit an Microsoft für hunderte Millionen

Der wirtschaftliche Höhepunkt folgte im Juni 2015, als der US-Technologieriese Microsoft das Berliner Startup übernahm. Branchenexperten taxierten den Kaufpreis auf einen Betrag zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar. Microsoft beabsichtigte, die populäre Architektur von Wunderlist als Basis für eine eigene, tief in Office 365 integrierte Lösung zu nutzen.

Transformation zu Microsoft To Do

Nach der Übernahme begann eine mehrjährige Übergangsphase, in der die technische Infrastruktur von Wunderlist sukzessive in das neue Produkt Microsoft To Do überführt wurde. Trotz öffentlicher Angebote von Gründer Christian Reber, sein ehemaliges Unternehmen zurückzukaufen, hielt Microsoft an der Strategie der Konsolidierung fest. Im Mai 2020 wurden die Server von Wunderlist offiziell abgeschaltet, was das endgültige Aus für die Marke bedeutete.