Top 50 Umsatz · Nr. 28

Airbus SE

Die Zivilluftfahrtsparte kämpft weiter mit Lieferkettenproblemen (Triebwerke, Sitze) — 2024 wurde das Auslieferungsziel gesenkt. Der Auftragsbestand von über 8.000 Flugzeugen sichert Beschäftigung für rund ein Jahrzehnt.

Dominanz der Zivilluftfahrt unter Guillaume Faury

Die Airbus SE unter der Leitung von Vorstandsvorsitzendem Guillaume Faury steuert auf einen Jahresumsatz von rund 69 Milliarden Euro für 2024 zu, wobei das Kerngeschäft 'Airbus Commercial Aircraft' den Löwenanteil erwirtschaftet. Trotz personeller Engpässe und Verzögerungen bei Zulieferern für Triebwerkshalterungen und Kabinenelemente bleibt die Produktion der A320neo-Familie das wichtigste Standbein des Konzerns. Die operative Steuerung erfolgt maßgeblich von der Unternehmenszentrale in Toulouse, während die Holding ihren rechtlichen Sitz im niederländischen Leiden unterhält.

Auftragsflut und operative Kapazitätsgrenzen

Mit einem Rekord-Auftragsbestand von über 8.500 Flugzeugen ist die Kapazitätsauslastung in den Werken von Hamburg-Finkenwerder bis Mobile (USA) auf Jahre hinaus zementiert. Die Herausforderung besteht derzeit weniger in der Nachfrage als in der industriellen Skalierung, weshalb das Auslieferungsziel für 2024 auf etwa 770 Maschinen nach unten korrigiert werden musste. Besonders die Langstreckenmodelle A350 und der modernisierte A330neo sind bei internationalen Airlines als effiziente Nachfolger älterer vierstrahliger Jets gefragt.

Verteidigung und Raumfahrt im strategischen Fokus

Neben den Passagiermaschinen bilden die Segmente Defence and Space sowie Airbus Helicopters essenzielle Säulen des europäischen Großkonzerns. In der Rüstungssparte stehen Großprojekte wie der Transportflieger A400M und die Weiterentwicklung des Eurofighter-Programms im Vordergrund, während die Hubschraubersparte mit Modellen wie dem H145 weltweit Marktanteile sichert. Diese Diversifizierung dient als Puffer gegen die schwankenden Zyklik der zivilen Luftfahrtmärkte.

Wachstumsregion Asien und globale Belegschaft

Rund 150.000 Mitarbeiter weltweit tragen zur Wertschöpfungskette bei, wobei der asiatisch-pazifische Raum, angeführt durch China und Indien, zur wichtigsten Absatzregion aufgestiegen ist. Um den dortigen Bedarf zu decken, investiert Airbus massiv in lokale Endmontagelinien wie in Tianjin, um logistische Wege zu verkürzen und politische Marktzugänge zu sichern. Das Ziel ist es, die monatliche Rate der A320-Produktion bis 2027 auf 75 Flugzeuge zu steigern.