Über 100.000 Glyphosat-Klagen in den USA haben Bayer schätzungsweise 16 Mrd. € an Vergleichszahlungen gekostet. Die Aktie hat seit dem Monsanto-Kauf über zwei Drittel ihres Wertes verloren.
Leverkusener Wurzeln und globale Marktführerschaft in Pharma und Agrar
Die 1863 in Barmen gegründete Bayer AG steuert ihre weltweiten Geschäfte von der Konzernzentrale in Leverkusen aus. Mit über 100.000 Mitarbeitern generiert das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 46 Milliarden Euro, wobei das Geschäft in die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science unterteilt ist. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Bill Anderson steht der Konzern vor der Herausforderung, die Profitabilität in einem volatilen Marktumfeld zu stabilisieren.
Die milliardenschwere Belastung durch die Monsanto-Übernahme
Die Akquisition des US-Saatgutriesen Monsanto im Jahr 2018 markiert einen historischen Wendepunkt, der Bayer etwa 63 Milliarden US-Dollar kostete. Seither belasten zehntausende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Herbizids Glyphosat die Bilanz massiv mit Rückstellungen im zweistelligen Milliardenbereich. Diese juristischen Auseinandersetzungen in den USA führten dazu, dass der Börsenwert des Unternehmens zeitweise unter den ursprünglichen Kaufpreis von Monsanto fiel.
Starke Marken von Aspirin bis Xarelto
Trotz der operativen Schwierigkeiten verfügt Bayer über ein Portfolio weltberühmter Marken wie das weltweit vertriebene Schmerzmittel Aspirin. Im Pharmasegment tragen Blockbuster wie der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea signifikant zum Umsatz bei, auch wenn für einige dieser Produkte der Patentschutz in naher Zukunft ausläuft. Die Sparte Consumer Health bedient zudem mit Marken wie Bepanthen und Iberogast den wachsenden Markt der rezeptfreien Gesundheitsprodukte.
Regionale Umsatzverteilung und strategischer Fokus auf Crop Science
Geografisch ist Nordamerika für Bayer der wichtigste Einzelmarkt, gefolgt von Europa und der Region Asien-Pazifik. Das Segment Crop Science stellt mittlerweile durch die Integration von Monsanto den größten Umsatzanteil und konzentriert sich auf Maissaatgut, Herbizide sowie digitale Landwirtschaftslösungen. Bill Anderson treibt derzeit den internen Umbau voran, um Hierarchien abzubauen und die Entwicklung neuer Medikamente in der Pharma-Pipeline zu beschleunigen.