Adnoc (Abu Dhabi National Oil Company) hat 2024 ein 14,7 Mrd. €-Übernahmeangebot vorgelegt; der Vollzug wird für 2025 erwartet. Die Aktie wird nach Vollzug wahrscheinlich delisted.
Vom Bayer-Spin-off zur Übernahme durch Adnoc
Die Covestro AG entstand im Jahr 2015 durch die Abspaltung der ehemaligen Kunststoffsparte der Bayer AG und hat ihren Hauptsitz im CHEMPARK Leverkusen beibehalten. Ein historischer Wendepunkt markiert das Jahr 2024, in dem der emiratische Staatskonzern Adnoc ein Übernahmeangebot in Höhe von rund 14,7 Milliarden Euro für den Chemieproduzenten vorlegte. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Markus Steilemann wird die Integration in den Adnoc-Konzern vorbereitet, was voraussichtlich im Jahr 2025 zum Delisting der Aktie an der Frankfurter Börse führen wird.
Umsatzvolumen und globale Produktionsstruktur
Für das Geschäftsjahr 2024 bewegt sich der konzernweite Umsatz auf einem Niveau von circa 14 Milliarden Euro, erwirtschaftet von etwa 17.500 Mitarbeitern weltweit. Covestro betreibt global rund 48 Produktionsstandorte, wobei bedeutende Kapazitäten in der Region EMLA sowie in China gebündelt sind. Die strategische Ausrichtung konzentriert sich zunehmend auf die Kreislaufwirtschaft, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in den energieintensiven Produktionsprozessen zu reduzieren.
Spezialisierung auf Polyurethane und Polycarbonate
Das Kerngeschäft gliedert sich primär in die Segmente 'Performance Materials' und 'Solutions & Specialties'. Während im ersten Bereich standardisierte Kunststoffvorprodukte wie MDI und TDI produziert werden, fokussiert sich das zweite Segment auf maßgeschneiderte High-Tech-Lösungen. Zu den bekanntesten Marken des Hauses zählt Makrolon, ein extrem schlagfester Kunststoff, der in der Automobilindustrie, der Medizintechnik sowie in der Photovoltaikbranche breite Anwendung findet.
Regionale Marktbedeutung zwischen Leverkusen und Asien
Obwohl das Unternehmen in Leverkusen tief verwurzelt ist, spielt der asiatisch-pazifische Raum eine entscheidende Rolle für das Gesamtergebnis. In Shanghai betreibt der Konzern seinen größten Produktionsstandort, der sowohl die lokale Nachfrage als auch den Export bedient. Die Verschiebung der Eigentumsverhältnisse hin zu Adnoc soll Covestro langfristig den Zugang zu günstigeren Energiequellen und Rohstoffen im Nahen Osten sichern, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der internationalen Konkurrenz zu behaupten.