Nach jahrelanger Krise (Cum-Ex, Libor-Skandal, Postbank-IT-Debakel) ist die Bank seit 2019 wieder durchgängig profitabel. Ziel 2025: 10 % Eigenkapitalrendite.
Frankfurter Global Player unter Christian Sewing
Die Deutsche Bank AG hat ihren Hauptsitz in den markanten Zwillingstürmen an der Frankfurter Taunusanlage und steuert von dort aus ein globales Netzwerk mit rund 90.000 Mitarbeitern. Seit der Amtsübernahme von Christian Sewing im Jahr 2018 vollzog das Institut eine radikale Neuausrichtung weg vom riskanten Investmentbanking alter Schule hin zu stabilen Erträgen. Für das Geschäftsjahr 2024 steuert der Konzern auf einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro zu, was die Rückkehr zu alter Ertragskraft nach den verlustreichen Sanierungsjahren unterstreicht.
Vier Säulen für die Eigenkapitalrendite 2025
Das operative Geschäft gliedert sich heute in die vier Kernsegmente Unternehmensbank, Investmentbank, Privatkundenbank und Asset Management. Während die Investmentbank unter James von Moltke weiterhin signifikante Provisionsüberschüsse generiert, bildet das Privatkundengeschäft mit den Marken Deutsche Bank und Postbank das Rückgrat für das Einlagengeschäft. Bis zum Jahr 2025 strebt der Vorstand eine ambitionierte Eigenkapitalrendite von über 10 Prozent an, um im internationalen Wettbewerb mit US-Großbanken wieder konkurrenzfähig zu sein.
DWS und die globale Vermögensverwaltung
Ein wesentlicher Pfeiler der Ertragsstruktur ist die börsennotierte Tochtergesellschaft DWS Group, die als einer der führenden Vermögensverwalter Europas fungiert. Trotz regulatorischer Herausforderungen verwaltet die Sparte ein Vermögen im hohen dreistelligen Milliardenbereich und trägt maßgeblich zur Diversifizierung der Konzerneinkünfte bei. Neben dem klassischen Fondsgeschäft fokussiert sich die Bank hierbei verstärkt auf ESG-Anlagestrategien und alternative Investments für institutionelle Kunden.
Bewältigung von IT-Migration und Krisenlasten
In der jüngeren Vergangenheit stand insbesondere die Integration der Postbank-IT im Fokus, die im Rahmen des Projekts 'Unity' zu erheblichen Service-Einschränkungen und regulatorischen Rügen durch die BaFin führte. Diese operativen Hürden sowie die juristische Aufarbeitung von Altfällen wie dem Libor-Skandal oder Cum-Ex-Ermittlungen belasteten das Ergebnis über Jahre hinweg. Dennoch gelang es der Bank, durch striktes Kostenmanagement und die Nutzung des gestiegenen Zinsumfelds seit 2019 durchgehend in der Gewinnzone zu bleiben.