Top 50 Umsatz · Nr. 24

Fresenius SE

Fresenius steht mitten in der größten Portfolio-Bereinigung seit Firmenübernahme. Die Fertilitätskette Eugin, der US-Klinikbetreiber Quirónsalud und Teile von Kabi sollen abgestoßen werden.

Neuausrichtung unter Michael Sen in Bad Homburg

Seit dem Amtsantritt von Vorstandsvorsitzendem Michael Sen Ende 2022 durchläuft der im DAX notierte Gesundheitskonzern Fresenius SE & Co. KGaA eine fundamentale Transformation. Der Fokus liegt nun primär auf den rentablen Kernbereichen Fresenius Kabi und Fresenius Helios, während die kriselnde Dialyse-Tochter Medical Care entkonsolidiert wurde. Mit rund 190.000 verbleibenden Mitarbeitern konzentriert sich das Unternehmen von seinem Stammsitz in Bad Homburg vor der Höhe aus nun verstärkt auf die Profitabilität statt auf reines Größenwachstum.

Dominanz im europäischen Klinikmarkt durch Helios

Das Segment Fresenius Helios bildet mit über 80 Akutkliniken in Deutschland das Rückgrat des operativen Geschäfts, ergänzt durch den führenden privaten Krankenhausbetreiber Quirónsalud in Spanien. Trotz der angekündigten Portfolio-Optimierung bei Spezialkliniken bleibt Helios der wichtigste Umsatztreiber im Konzernverbund. Die Sparte profitiert dabei von einer stabilen Nachfrage in Kernmärkten wie Deutschland und Spanien, was den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2024 auf ein Niveau von rund 22 Milliarden Euro hob.

Ausbau der Biopharma-Sparte bei Fresenius Kabi

Innerhalb der Sparte Kabi forciert Fresenius den Wandel von klassischen Infusionstherapien hin zu margenstärkeren Biopharmaceuticals und klinischer Ernährung. Insbesondere das Geschäft mit Biosimilars und die US-amerikanische Tochter Ivenix sollen langfristig die Abhängigkeit vom volatilen Generikamarkt verringern. Die geplante Veräußerung von Randbereichen in Brasilien und Chile unterstreicht das Ziel, das Kapital in den technologisch führenden Produktionsstätten in Europa und Nordamerika zu bündeln.

Strategische Desinvestitionen und Entschuldung

Um die Nettofinanzschulden signifikant zu reduzieren, hat Fresenius den Verkauf der Fertilitätskette Eugin sowie von Teilen des Projektgeschäfts Vamed bereits eingeleitet oder abgeschlossen. Diese Bereinigung des Portfolios dient dazu, die Zinslast zu senken und die operative Marge im Kernsegment auf bis zu 12 Prozent zu steigern. Durch den Wegfall komplexer Managementstrukturen in den Randsparten gewinnt das Unternehmen an Agilität zurück, um schneller auf regulatorische Änderungen im Gesundheitsmarkt zu reagieren.