Kolben und andere Verbrenner-Komponenten machen weiter einen erheblichen Teil des Umsatzes aus. Der Wandel zur E-Mobilität wird über Thermomanagement (unverzichtbar bei E-Autos) und Elektromotoren organisiert.
Vom Cannstatter Kolbenspezialisten zum globalen Systemlieferanten
Die 1920 von Hermann und Ernst Mahle in Stuttgart-Bad Cannstatt gegründete Mahle GmbH hat sich von einer kleinen Werkstatt für Leichtmetallkolben zu einem der 20 größten Automobilzulieferer weltweit entwickelt. Mit einem Jahresumsatz von rund 12,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 und weltweit rund 72.000 Mitarbeitern bildet das Unternehmen heute das Rückgrat für Verbrennungs- und Elektroantriebe gleichermaßen. Der Stammsitz in der Pragstraße in Stuttgart steuert dabei ein verzweigtes Netz aus über 150 Produktionsstandorten.
Strategische Säulen zwischen Thermomanagement und Filtration
Das operative Geschäft gliedert sich in zentrale Sparten wie Thermomanagement, Motorsysteme und Filtration, wobei die Kühlung von Batterien und Leistungselektronik das stärkste Wachstumsfeld darstellt. Arnd Franz, der seit Ende 2022 als Vorsitzender der Geschäftsführung fungiert, forciert den Umbau weg von der reinen Abhängigkeit vom Kolbengeschäft hin zu einer technologieoffenen Ausrichtung. Besonders die Sparte Thermomanagement profitierte zuletzt stark vom Trend zu Hochvolt-Systemen in Elektrofahrzeugen und macht bereits einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes aus.
Regionale Umsatzverteilung und starke Markenausrichtung
Geografisch generiert Mahle den Löwenanteil seines Umsatzes in Europa, gefolgt von der Region Nordamerika und dem dynamischen asiatischen Markt, insbesondere China. Unter dem bekannten Markendach MAHLE werden zudem zahlreiche Spezialmarken wie Behr im Bereich Klimatechnik oder BrainBee im Werkstattsegment geführt. Durch den Zukauf der Thermosparte von Delphi konnte das Unternehmen seine Marktposition bei Klimakompressoren und Wärmetauschern nachhaltig absichern.
Transformation durch magnetfreie E-Motoren und Wasserstofflösungen
Um die Zukunftsfähigkeit jenseits klassischer Verbrenner-Komponenten zu sichern, investiert Mahle massiv in die Entwicklung magnetfreier Elektromotoren, die ohne Seltene Erden auskommen. Parallel dazu bleibt die Filtration ein stabiler Ertragsbringer, da auch Brennstoffzellenautos und Wasserstoffverbrenner saubere Luftströme und komplexe Entwässerungssysteme benötigen. Diese Doppelstrategie erlaubt es dem Konzern, die Profitabilität trotz hoher Investitionskosten für die Antriebswende stabil zu halten.