Top 50 Umsatz · Nr. 29

Merck KGaA

Die Life-Science-Sparte (Laborausrüstung, Bioreactoren) profitiert vom Boom biopharmazeutischer Produktion. Die Electronics-Sparte liefert Chemikalien und Materialien für Halbleiter- und Displayfertigung.

Darmstädter Traditionskonzern zwischen Life Science und Halbleiterboom

Die 1668 gegründete Merck KGaA mit Hauptsitz in Darmstadt hat sich unter der Leitung der Vorstandsvorsitzenden Belén Garijo zu einem diversifizierten Technologieunternehmen mit rund 63.000 Mitarbeitern weltweit entwickelt. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro, wobei das Geschäftsmodell auf den drei starken Säulen Life Science, Healthcare und Electronics ruht. Besonders hervorzuheben ist die operative Trennung zwischen der deutschen Merck KGaA und dem US-Pharmaunternehmen MSD, welches außerhalb Nordamerikas keine Rechte am Namen Merck hält.

Zulieferer der biopharmazeutischen Produktion und Laborforschung

Das Segment Life Science fungiert als Rückgrat für die moderne Arzneimittelentwicklung und stellt unter Marken wie Millipore und Sigma-Aldrich spezialisierte Filtersysteme sowie Bioreaktoren zur Verfügung. Diese Sparte profitierte massiv von der globalen Nachfrage nach Produktionskapazitäten für biopharmazeutische Wirkstoffe und bildet die umsatzstärkste Säule des Konzerns. Die Integration von Prozesslösungen für die Gen- und Zelltherapie sichert Merck hierbei eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette der personalisierten Medizin.

Hochreine Chemikalien für die globale Chipindustrie

In der Electronics-Sparte fokussiert sich Merck auf Materialien für die Halbleiterfertigung und Display-Technologien, wobei das Portfolio durch die Übernahme von Versum Materials maßgeblich gestärkt wurde. Mit spezialisierten Ätzgasen, Fotolacken und Flüssigkristallen beliefert das Unternehmen die führenden Tech-Giganten in Asien und den USA. Dieser Bereich ist eng an den globalen Digitalisierungstrend und den Ausbau von Kapazitäten in der KI-Infrastruktur gekoppelt.

Regionale Diversifizierung und Pharmaportfolio

Geografisch verteilt sich das Geschäft auf die Hauptmärkte Europa, Nordamerika und den asiatisch-pazifischen Raum, wobei China als signifikanter Wachstumsmarkt für das Healthcare-Segment gilt. Zu den bekanntesten pharmazeutischen Produkten zählen das Krebsmedikament Erbitux sowie das Multiple-Sklerose-Präparat Mavenclad. Der Konzern investiert kontinuierlich hohe dreistellige Millionenbeträge in die Forschung und Entwicklung am Standort Darmstadt, um die Innovationskraft in der Onkologie und Immunologie zu sichern.