Der tschechische Investor Daniel Křetínský hat Metro 2024 mit einem Übernahmeangebot von der Börse genommen; er kontrolliert nun über 90 %. Delisting im Herbst 2025.
Großhandelsspezialist unter der Kontrolle von Daniel Křetínský
Die Metro AG hat unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Steffen Greubel einen historischen Wendepunkt erreicht, nachdem der tschechische Investor Daniel Křetínský über seine Holding EP Corporate Group das Unternehmen weitgehend übernommen hat. Mit einer Kontrollmehrheit von über 90 Prozent steuert der Konzern nun auf ein finales Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse im Herbst 2025 zu. Dieser Rückzug markiert das Ende einer Ära für die 1964 in Mülheim an der Ruhr gegründete Handelsgruppe, die heute ihren Verwaltungssitz auf dem Metro-Campus in Düsseldorf unterhält.
Fokussierung auf Gastronomie und Kernmarken
Nach der Abspaltung von Ceconomy und dem Verkauf der SB-Warenhauskette Real konzentriert sich die Metro heute fast ausschließlich auf das attraktive HoReCa-Segment, welches Hotels, Restaurants und Caterer umfasst. Zu den zentralen Marken gehören neben den klassischen METRO-Großmärkten auch der Belieferungsspezialist PRO a PRO sowie der digitale Dienstleister Hospitality Digital. Durch die Strategie 'sCore' investiert der Konzern massiv in den Ausbau des Belieferungsgeschäfts (FSD), um die Abhängigkeit vom stationären Abholgroßhandel zu verringern.
Milliardenerlöse in Westeuropa und Deutschland
Im Geschäftsjahr 2023/24 erwirtschaftete die Metro AG einen Gesamtumsatz von rund 30 Milliarden Euro, wobei das Deutschland-Geschäft weiterhin eine tragende Säule darstellt. Ein erheblicher Teil der Erlöse wird zudem in Westeuropa (ohne Deutschland) sowie in den Wachstumsmärkten Osteuropas generiert, während das Asien-Geschäft reduziert wurde. Die operative Marge wird durch die Transformation hin zu einem reinen Multichannel-Großhändler geprägt, der sowohl stationär als auch über Online-Marktplätze agiert.
Globale Belegschaft und logistische Infrastruktur
Rund 88.000 Mitarbeiter sind weltweit für die Metro tätig, um die Bedürfnisse von schätzungsweise 17 Millionen Kunden zu bedienen. Das logistische Rückgrat bilden über 600 Standorte in mehr als 30 Ländern, wobei die Düsseldorfer Zentrale die globale Steuerung der Warenströme übernimmt. Trotz des geplanten Börsenrückzugs bleibt der Konzern einer der größten Arbeitgeber Nordrhein-Westfalens und ein zentraler Akteur im internationalen Lebensmittelgroßhandel.