Top 50 Umsatz · Nr. 36

Rheinmetall AG

Kernprodukte: Kampfpanzer Leopard 2 (in Kooperation mit KMW), Radhaubitze RCH 155, Munition aller Kaliber, Luftverteidigungssysteme (Skyranger). Das 100-Mrd.-€-Sondervermögen der Bundeswehr bringt mehrjährige Auftragsbestände.

Vom Düsseldorfer Rüstungspionier zum globalen Systemhaus

Die 1889 von Heinrich Ehrhardt gegründete Rheinmetall AG hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf und fungiert heute als strategischer Partner der NATO-Staaten. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger transformierte sich der Konzern vom klassischen Zulieferer zum führenden Systemhaus für die Landstreitkräfte. Mit rund 30.000 Mitarbeitern weltweit steuert das Unternehmen auf einen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2024 zu.

Dominanz im Segment Vehicle Systems und Munitionsproduktion

Das operative Geschäft gliedert sich primär in die Divisionen Vehicle Systems, Weapon and Ammunition sowie Electronic Solutions. Besonders die Fertigung des Schützenpanzers Lynx und des Kampfpanzers Leopard 2, lezterer in Kooperation mit KMW, sichert die technologische Marktführerschaft. Angesichts der globalen Sicherheitslage treibt Rheinmetall den Ausbau der Munitionskapazitäten massiv voran, um die hohe Nachfrage nach Groß- und Mittelkalibern zu bedienen.

Sondervermögen und Rekordauftragsbestände aus Berlin

Das von der Bundesregierung verabschiedete 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen sorgt für eine beispiellose Vollauslastung der deutschen Standorte wie Unterlüß. Der Backlog, also der Bestand an nicht abgearbeiteten Aufträgen, erreichte zuletzt neue Höchstwerte im zweistelligen Milliardenbereich. Hierbei spielen insbesondere moderne Luftverteidigungssysteme wie der Skyranger und die Radhaubitze RCH 155 eine zentrale Rolle bei der technologischen Erneuerung der Truppe.

Internationale Expansion und Automotive-Transformation

Rheinmetall stärkt seine Präsenz durch strategische Zukäufe wie den US-Spezialisten Expal Systems und den Bau neuer Werke in Ungarn und der Ukraine. Neben dem Rüstungsgeschäft liefert die Division Power Systems Komponenten für die zivile Mobilität, wobei der Fokus zunehmend auf Wasserstofftechnologien und Elektromobilität liegt. Diese Diversifizierung ermöglicht es dem Konzern, zyklische Schwankungen in der Verteidigungspolitik langfristig auszugleichen.