Siemens Gamesa hat mit Qualitätsproblemen an Onshore-Turbinen 2023/24 Milliardenverluste eingebracht — der Bund musste 15 Mrd. € an Bürgschaften bereitstellen. 2025 zeichnet sich Stabilisierung ab.
Münchner Konzernzentrale steuert weltweiten Anlagenbau
Die Siemens Energy AG agiert seit ihrer Abspaltung von der Siemens AG im Jahr 2020 als eigenständiger Akteur am Kapitalmarkt und hat ihren operativen Hauptsitz in München. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Christian Bruch fokussiert sich das Unternehmen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Energietechnik, von der Stromerzeugung bis zum Transport. Mit einem Jahresumsatz von rund 34 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024 zählt der Konzern zu den schwergewichtigen Instanzen im deutschen Anlagenbau.
Sanierungskurs bei Siemens Gamesa und staatliche Milliarden-Absicherung
Massive Qualitätsprobleme bei den Onshore-Windturbinen der Baureihen 4.X und 5.X belasteten das Segment Siemens Gamesa schwer und führten zu Milliardenverlusten, die das Konzernergebnis 2023 und 2024 tief in die roten Zahlen rissen. Um die Zukunftsfähigkeit und die Auftragsabwicklung sicherzustellen, gewährte die Bundesregierung im Rahmen eines Rettungsschirms Bürgschaften in Höhe von 15 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 strebt das Management durch strikte Qualitätskontrollen und eine Neuausrichtung des Windgeschäfts die operative Stabilisierung an.
Gas Services und Grid Technologies als Renditebringer
Während der Windsektor kriselt, erweisen sich die Segmente Gas Services und Grid Technologies als hochprofitable Säulen der Unternehmensstrategie. Insbesondere die Nachfrage nach Transformatoren und effizienten Gasturbinen für Gaskraftwerke sorgt für prall gefüllte Auftragsbücher und stützt die Margen in Europa und Nordamerika. Diese starken Bereiche kompensieren aktuell die hohen Instandsetzungskosten, die für die Fehlerbehebung an den Windkraft-Bestandsanlagen aufgewendet werden müssen.
Globale Belegschaft und Markenstärke in der Energiewende
Mit weltweit rund 99.000 Mitarbeitern verfügt Siemens Energy über eine industrielle Basis, die über Siemens Gamesa hinaus renommierte Marken wie Siemens und NEM umfasst. Die regionale Umsatzverteilung zeigt eine starke Präsenz in den USA und China, wobei der heimische Markt Deutschland als Innovationsstandort für Elektrolyseure und Wasserstofftechnologien dient. Der Konzern wandelt sich damit von einem klassischen Kraftwerksbauer zu einem integrierten Technologieanbieter für die globale Dekarbonisierung.