Top 50 Wert · Nr. 16

Adidas AG

Der Retro-Trend (Samba, Gazelle, Spezial) hat 2024 dem Umsatz und der Bewertung Rückenwind gegeben. Nordamerika bleibt die schwierigste Region.

Marktplatz Herzogenaurach und die Rückkehr der Drei Streifen

Die Adidas AG festigt zu Beginn des Jahres 2025 ihre Position als europäisches Schwergewicht in der Sportartikelindustrie mit einer Marktkapitalisierung von rund 42 Milliarden Euro. Nach den Turbulenzen der Vorjahre sorgt vor allem die Renaissance der Terrace-Kollektionen rund um die Modelle Samba und Gazelle für eine deutliche Erholung des Börsenwerts. Während der Konzern aus Herzogenaurach in China und Europa zweistellige Wachstumsraten erzielt, belastet die Bestandsbereinigung im wichtigen nordamerikanischen Markt weiterhin die operative Marge.

Vom Börsengang 1995 zum DAX-Schwergewicht

Seit dem Börsengang im November 1995 hat Adidas eine immense Transformation von einem familiengeführten Unternehmen zu einem globalen Kapitalmarktplayer vollzogen. Die Aktie ist fester Bestandteil des DAX-40 und spiegelt die Ambitionen wider, den ewigen Rivalen Nike unter der Führung von CEO Bjørn Gulden Marktanteile abzugewinnen. Die Konzernhistorie seit der Gründung durch Adi Dassler im Jahr 1949 bildet dabei das emotionale Fundament für das Vertrauen der Investoren in die Markenführung.

Ankeraktionäre und die Rolle der Groupe Bruxelles Lambert

Die Aktionärsstruktur der Adidas AG ist durch einen hohen Streubesitz und das Engagement namhafter institutioneller Anleger geprägt. Maßgeblichen Einfluss hält die belgische Holding Groupe Bruxelles Lambert (GBL), die seit Jahren als einer der größten Einzelaktionäre fungiert. Daneben sichern sich globale Vermögensverwalter wie BlackRock signifikante Anteile an dem fränkischen Traditionsunternehmen, was die internationale Relevanz des Titels unterstreicht.

Dividendenkontinuität in der Post-Yeezy-Ära

In der Dividendenpolitik verfolgt das Management das Ziel, die Aktionäre trotz der hohen Abschreibungen durch das Ende der Kanye-West-Kooperation angemessen am Erfolg zu beteiligen. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde eine stabile Ausschüttung angestrebt, um die Attraktivität für wertorientierte Anleger im DAX-Umfeld zu wahren. Die Pay-out-Ratio orientiert sich dabei langfristig an einem Korridor zwischen 30 und 50 Prozent des Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen.