Top 50 Wert · Nr. 28

Continental AG

Der Familienstamm Schaeffler hält über die Schaeffler-Holding rund 46 %. Die Automotive-Sparte wird 2025 als eigenständiges Unternehmen abgespalten.

Vom Gummispezialisten zum DAX-Gründungsmitglied

Die 1871 in Hannover als Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha-Compagnie gegründete Aktiengesellschaft blickt auf eine über 150-jährige Börsenhistorie zurück und gehört zu den Gründungsmitgliedern des DAX im Jahr 1988. Trotz zeitweiliger Abstiege in den MDAX während Restrukturierungsphasen untermauert das Unternehmen mit Sitz am Pferdeturm seine Rolle als einer der weltweit führenden Automobilzulieferer und Reifenhersteller. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Euro Anfang 2025 spiegelt der Börsenwert die laufende Neuausrichtung des Konzerns wider.

Dominanz der Familie Schaeffler im Aktionariat

Die Eigentümerstruktur wird maßgeblich durch die Familie Schaeffler geprägt, die nach der spektakulären Übernahmeschlacht im Jahr 2008 heute rund 46 Prozent der Anteile über ihre Holding kontrolliert. Dieser Ankeraktionär sichert Continental eine strategische Stabilität, während die restlichen Aktien sich weitgehend in Streubesitz befinden. Die enge Verflechtung mit der Schaeffler AG bleibt ein prägendes Merkmal für die Kapitalmarktkommunikation und die langfristige Ausrichtung des Hannoveraner Traditionsunternehmens.

Radikaler Umbau durch Automotive-Abspaltung 2025

Um den Börsenwert zu steigern und die Bewertung der profitablen Reifensparte ContiTech vom volatilen Zuliefergeschäft zu trennen, erfolgt im Jahr 2025 die Abspaltung der Automotive-Sparte. Dieser Spin-off soll als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden, während Continental sich künftig auf das margenstarke Kerngeschäft mit Reifen und industriellen Anwendungen konzentriert. Anleger bewerten diesen Schritt als notwendige Antwort auf den Transformationsdruck in der Elektromobilität und Software-Integration.

Dividendenkontinuität in Zeiten des Wandels

Continental verfolgt eine Ausschüttungspolitik, die üblicherweise zwischen 15 und 30 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses an die Aktionäre zurückgibt. Trotz der hohen Investitionskosten für das autonome Fahren und die Digitalisierung des Fahrwerks strebt das Management eine verlässliche Dividendenrendite an, um die Attraktivität im DAX-Umfeld zu wahren. Die Trennung der Sparten wird voraussichtlich zu einer neuen Dividendenallokation führen, die sich stärker an der Cashflow-Generierung der verbleibenden Geschäftsbereiche orientiert.